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Vermännlichung von Frauen. Gegenstück zur sissification und warum es dies nicht gibt.


Dr****

Empfohlener Beitrag

Da das Thema leider geschlossen wurde erstelle ich jetzt eins. Warum es eine Klischeehafte und sexualisierte maskuline sissification von Frauen nicht gibt. Eure Gedanken dazu würde ich gerne hören.

  • Moderator

Ein kleiner Hinweis zum Thema:

Das Gegenstück zur Sissification gibt es durchaus. Im englischsprachigen Raum wird dafür unter anderem der Begriff „Masculinization“ (Maskulinisierung bzw. Vermännlichung) verwendet.

Dabei geht es um eine Form des Genderplays, bei der eine Frau im Rahmen eines einvernehmlichen Rollenspiels beispielsweise männlich konnotierte Kleidung, Verhaltensweisen oder Rollen übernimmt.

Allerdings ist Masculinization als eigenständige BDSM-Spielart weniger bekannt und offenbar auch weniger verbreitet als Sissification. Einen gleichermaßen etablierten Begriff gibt es dafür nicht.

Die Frage ist daher weniger, warum es das nicht gibt, sondern vielmehr, weshalb diese Form des Genderplays deutlich seltener thematisiert wird.

Wer sich näher damit beschäftigen möchte, findet Informationen unter anderem bei:

  • Traditional Bodywork: „Feminization and Masculinization as Sexual Roleplay“

  • The Kink Guide: „Gender Play“ (Glossar)

Vielleicht ergeben sich daraus ja weitere interessante Perspektiven für die Diskussion.

Gruß
FETMOD-Sunshine

Vor 3 Minuten , schrieb FETMOD-Sunshine:

Ein kleiner Hinweis zum Thema:

Das Gegenstück zur Sissification gibt es durchaus. Im englischsprachigen Raum wird dafür unter anderem der Begriff „Masculinization“ (Maskulinisierung bzw. Vermännlichung) verwendet.

Dabei geht es um eine Form des Genderplays, bei der eine Frau im Rahmen eines einvernehmlichen Rollenspiels beispielsweise männlich konnotierte Kleidung, Verhaltensweisen oder Rollen übernimmt.

Allerdings ist Masculinization als eigenständige BDSM-Spielart weniger bekannt und offenbar auch weniger verbreitet als Sissification. Einen gleichermaßen etablierten Begriff gibt es dafür nicht.

Die Frage ist daher weniger, warum es das nicht gibt, sondern vielmehr, weshalb diese Form des Genderplays deutlich seltener thematisiert wird.

Wer sich näher damit beschäftigen möchte, findet Informationen unter anderem bei:

  • Traditional Bodywork: „Feminization and Masculinization as Sexual Roleplay“

  • The Kink Guide: „Gender Play“ (Glossar)

Vielleicht ergeben sich daraus ja weitere interessante Perspektiven für die Diskussion.

Gruß
FETMOD-Sunshine

Das wäre wohl eher das Gegenstück zu Feminisation. Nicht Sissification, die Feminisation noch mal auf die Spitze treibt bzw. Rollenbild der frau überspitzt auf den Mann trägt. Zum Zwecke der Demütigung

  • Moderator

Da hast du einen berechtigten Punkt. 😊

Masculinization ist zunächst das Gegenstück zur Feminisierung. Sissification geht häufig darüber hinaus und beinhaltet zusätzlich die Überzeichnung weiblicher Rollenbilder, Unterwerfung oder Demütigung.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Tomboy“. Damit werden Mädchen oder Frauen bezeichnet, deren Kleidung, Auftreten oder Interessen eher gesellschaftlich männlich geprägten Vorstellungen entsprechen.

Allerdings ist Tomboy weder automatisch ein Fetisch noch eine Form von BDSM. Es handelt sich vielmehr um eine Form des persönlichen Ausdrucks, die nicht zwangsläufig mit Sexualität oder Unterwerfung verbunden ist.

Eine bewusst überzeichnete Vermännlichung von Frauen, möglicherweise auch in Verbindung mit Unterwerfung oder Demütigung, wäre im Rahmen eines einvernehmlichen Rollenspiels durchaus denkbar. Einen ebenso etablierten eigenständigen Begriff wie Sissification scheint es dafür allerdings nicht zu geben.

Vielleicht liegt genau darin die interessante Frage: Warum hat sich für die überzeichnete Feminisierung im erotischen Kontext ein eigener Begriff etabliert, während eine vergleichbare Form der Vermännlichung von Frauen kaum eine eigene Bezeichnung besitzt?

Danke für deine Ergänzung und die wichtige Differenzierung.

Gruß
FETMOD-Sunshine

Vor 6 Minuten , schrieb FETMOD-Sunshine:

Da hast du einen berechtigten Punkt. 😊

Masculinization ist zunächst das Gegenstück zur Feminisierung. Sissification geht häufig darüber hinaus und beinhaltet zusätzlich die Überzeichnung weiblicher Rollenbilder, Unterwerfung oder Demütigung.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Tomboy“. Damit werden Mädchen oder Frauen bezeichnet, deren Kleidung, Auftreten oder Interessen eher gesellschaftlich männlich geprägten Vorstellungen entsprechen.

Allerdings ist Tomboy weder automatisch ein Fetisch noch eine Form von BDSM. Es handelt sich vielmehr um eine Form des persönlichen Ausdrucks, die nicht zwangsläufig mit Sexualität oder Unterwerfung verbunden ist.

Eine bewusst überzeichnete Vermännlichung von Frauen, möglicherweise auch in Verbindung mit Unterwerfung oder Demütigung, wäre im Rahmen eines einvernehmlichen Rollenspiels durchaus denkbar. Einen ebenso etablierten eigenständigen Begriff wie Sissification scheint es dafür allerdings nicht zu geben.

Vielleicht liegt genau darin die interessante Frage: Warum hat sich für die überzeichnete Feminisierung im erotischen Kontext ein eigener Begriff etabliert, während eine vergleichbare Form der Vermännlichung von Frauen kaum eine eigene Bezeichnung besitzt?

Danke für deine Ergänzung und die wichtige Differenzierung.

Gruß
FETMOD-Sunshine

Das Problem ist und der Unterschied zur Feminisation ist. Beim Sissification (was man nebenbei bemerkt auch mit Frauen machen kann) ist der Kern darin, dass das frau sein mit Hilfe von Sexismus und Klischees zumeist aus Zeiten wie der 60er oder noch früher das frau sein herabgesetzt wird. Frau sein (unabhängig vom Geschlecht) wird als Demütigung empfunden, deklariert. Das ist der große Unterschied zur Feminisation. Denn Sissification funktioniert nur, weil frau sein das vermeintlich schwache Geschlecht ist. Welches kontrolliert werden muss. Dieses Ansehen hat das männliche rollenbild nicht. Und das existiert so auch nicht in der Feminisation.

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