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Sollte man sich outen?


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Hallo zusammen,

mal so ganz allgemein gefragt. Sollte man sich outen?

Ganz gleich ob Sexualität, Kink, Vorliebe, what ever?

Ich sehe das durchaus kritisch.

Ich bin heterosexuell und musste mich nicht outen.

Vieles geht Andere auch einfach nichts an. Wie z.B. meine Religion oder meine politische Meinung.    

Anderes wiederum ist offensichtlich. Wie z.B. , dass ich Cross-Dresser bin. Das muss ich dann doch nicht noch extra erklären. 

vor 30 Minuten, schrieb daisy-gaga:

mal so ganz allgemein gefragt. Sollte man sich outen?

Ganz gleich ob Sexualität, Kink, Vorliebe, what ever?

Ein Soll oder ein Muss zum Outing würde ich nicht sagen.

Mancheiner lebt lieber verborgen. Mancheiner sagt, das bin ich, das mache  ich  und gut.

Ich habe ca. 2 Jahre gebraucht, um mich freiwillig zu outen.

Der Grund waren Fragen, die mich irgendwann rgelerecht gestört haben.

"Warum hast du keine Freundin, du bist doch umgänglich?

"Was magst du lieber Mann oder Frau?"

Und manchmal auch Fragen oder Bemerkungen, die unter die Gürtellinie gingen.

Ich habe im Freundeskreis dann gesagt, was los ist mit der Bemerkung: "So und nun könnt ihr meinetwegen lachen, aber hört auf zu fragen, warum ich keine Freundin habe".

Die Reaktionen waren unterschiedlich, aber gar nicht so negativ, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Mittlerwele lebe ich offen.

Vorallem auch aus dem Grund, was fast Jede/r weiss, kann niemand zum Nachteil verwenden.

OK, wenn ich neue Leute  kennenlerne, sage ich nicht als Erstes, was ich bin, mache oder so.

Wenn, ergibt es sich einfach im Gespräch und wenn nicht auch gut.

Natürlich gibt es auch bei mir Dinge, die ich Niemanden erzählen würde bzw. will.

Ich persönlich finde insgesamt dennoch, dass es sich geoutert besser lebt.

Die ständigen Vermutungen und Stichelleien fallen schon mal weg.

Also Du musst entscheiden wann und wo Du als CD herumlaufen willst.
Ich denke bei der Arbeitsstelle ist es kontraproduktiv ausser es ist eine extrem tolerante Umgebung.
Sonst musst Du es in diesem Fall nur Deinen Besties sagen, damit diese nicht überraschen sind wenn ihr euch mal draussen begegnet oder in Clubs als Beispiel.
Prinzipiell geht Deine sexuelle Preferenz niemand etwas an und warum müssen das alle wissen, egal wo Du bist.
Habe ich eh nie verstanden ...ich erzähle ja auch nicht bei jedem neuen Job das ein bißchen Bi schadet nie unterwegs bin...wozu auch..bringt das was ausser nerviges Verhalten mir gegenüber ..?!
vor 7 Minuten, schrieb Doktor_Peitsche:

Ich denke nicht notwendig es zu müssen.

Kannst du das auch begründen? 

Sprich doch lieber von coming out. Das ist weniger verurteilend.
vor 31 Minuten, schrieb Black8Unicorn:

Also Du musst entscheiden wann und wo Du als CD herumlaufen willst.

Mein Cross-Dressen diente nur als Beispiel. Die Frage ist allgemein gestellt. Betrifft also auch Fetische. 

vor 2 Minuten, schrieb NSDom4twen***s:

Sprich doch lieber von coming out. Das ist weniger verurteilend.

Interessanter Punk. Aber es sind doch nur Synonyme, oder nicht?  

vor 6 Minuten, schrieb NSDom4twen***s:

Sprich doch lieber von coming out. Das ist weniger verurteilend.

Das ist doch nur ein anderer begriff für "Outing".

vor 4 Minuten, schrieb daisy-gaga:

Interessanter Punk. Aber es sind doch nur Synonyme, oder nicht?  

Richtig. Finde ich jedenfalls.

"Coming out" wird es m.M. nach meistens auch von Homosexuellen genannt.

Es gibt aber nicht nur Menschen mit gleichgeschlechtlicher Liebe, die sich outen (zu sich bekennen)  wollen.

Ich würde sagen das es ganz dir überlassen ist und wie du dich damit fühlst?
Wenn es dir ein besonderes Anliegen ist und es mit anderen Menschen Teilen möchtest tue dies. Wenn du dir denkst, dass es niemanden was angeht lass es?😄
Ich denke das das „sich outen“ daher kommt weil z.B. homosexuelle Menschen sich viel zu oft und lange verstecken müssen. Natürlich wäre eine Welt schön in der es keine Sau interessiert wer wen, wann, wo und wie liebt, bzw Sex hat, was er dabei anhat oder was es sonst noch alles gibt. So ist es aber nicht. Und so lange Menschen wegen irgendwas diskriminiert werden, schief angeguckt oder sich verstecken müssen, ist das outen vielleicht eine Art „Befreiungsschlag“.
Aber ich bin da als heterosexueller alter weißer Cis Mann vermutlich nicht der Beste wenn es darum geht das zu erklären. Ich kann nur versuchen nach zu vollziehen wie das sein könnte. Und das wird dem wie es wirklich ist vermutlich nicht mal sehr nahe kommen…

Vor 26 Minuten , schrieb daisy-gaga:

Mein Cross-Dressen diente nur als Beispiel. Die Frage ist allgemein gestellt. Betrifft also auch Fetische. 

Selbe Antwort...aber das wohl eher solange es keinen anderen stört oder ilegal ist..?!

Du musst dich wohlfühlen, dir muss es gutgehen. Mit allem im Leben was du tust, auch wenn dass nicht immer durchgehend möglich ist. Ich binde heutzutage nicht jeden auf die Nase "wie ich ticke". Wenn man vorraussetzt und fragt, ob ich verheiratet bin, antworte ich einfach mit nein. Da wo ich mich offenbart habe, ist das Verhältnis zu den mich umgebenden Lauten noch offener und herzlicher geworden. Am meisten hat mich vor zwei Jahren meine Festivalcrew im positiven Sinne beeindruckt. Nachdem dann jedem klar gewesen ist wie ich ticke, habe ich dann gesehen bzw. in vielen Gesprächen gemerkt, wie "bunt" meine Crew eigentlich wirklich ist:). Wie oben schon erwähnt, du musst dich gut fühlen damit.

Ein Outing kann hilfreich sein, wenn man sich einsam in seiner Andersartigkeit fühlt - da ist es sowas wie eine kleine Befreiung, wenn man wenigstens einen vertrauten Menschen hat, mit dem man auch darüber reden kann. 

Zu versuchen alles zu verheimlichen ist ja auch ziemlich anstrengend, nach außen die "normale Legende" plausibel aufrecht zu erhalten und das eigentliche dabei immer verstecken zu müssen. 

Was dabei, wie es bei anderen ankommt, liegt auch mit daran, ob man es erzählt, als wäre es ein schlimmes Geständnis oder die frohe Botschaft, dass man sich selbst gefunden hat. 

In meinem Freundeskreis hat es mit kleinen Witzen angefangen und inzwischen wissen da ein paar Leute etwas mehr und andere halten das noch immer für kleine Späße... Wenn ich in der analogen Welt Frauen kennenlernen möchte, fang ich recht früh damit an, häppchenweise zu erzählen, wie ich so ticke - da kommt stellenweise sehr früh der Punkt, an dem das Kennenlernen beendet ist... 

Die frohe Salamitaktik funktioniert für mich da ganz gut 

Ich schäme mich dafür nicht dominant zu sein und ich würde in einer Beziehung nach außen keineswegs so tun wollen, als würde ich klassische Rollenklischees erfüllen (das hat aber mit der Dominanz weniger zu tun als mit Feminismus)

Ich habe mich schonmal vorschnell und sehr dramatisch als Lesbisch geoutet. Als Jugendliche habe ich mich zu niemandem wirklich so hingezogen gefühlt, wie andere. Ich hatte keinen Crush, ich war viel aus, ich habe auch viel geknutscht, unabhängig vom Geschlecht, aber keinen Sex und auch kein weiteres Interesse. Aber Frauen mochte ich lieber und ich fand sie schöner, also habe ich darüber nachgedacht und darüber mit meinem unglaublich seltsamen The***uten gesprochen. Und der hat sehr merkwürdig reagiert, wahrscheinlich war das irgendwas komisches von Freud was er gesagt hat, nämlich, dass Lesben im Grunde gar nicht "Mann und Frau spielen" sondern "Mutter und Tochter". Jedenfalls dachte ich nur wtf und bin sehr laut schimpfend aus seinem Zimmer gestürmt. Ich habe dann meinem Vater mit dem ich Monate kein Wort gewechselt hatte und der mich ziemlich homophob erzogen hatte, eine Mail geschrieben, dass ich nicht in der Einrichtung bleiben kann, weil sie homophob ist und ich lesbisch. Die Einrichtung hätte mich wahrscheinlich eh rausgeschmissen, sie drohte mir wegen Anzeige zur Verleumdung. Mein Vater war nicht sauer, er hat mir eine Wohnung bezahlt bis ich mit der Schule fertig war. 

Mein Vater ist jetzt nicht mehr homophob, aber er hatte auch kein richtiges Coming Out.

Meine Mutter weiß, dass ich Shibari mache (und auch nur davon!) und nimmt die Kinder, wenn ich beim Fesseltreffen bin. Sie hat auch Ideen für eine Fesselpuppe die sie mir nähen wollte. Meine Kinder denken, ich gehe zum Yoga.

Aber.. wenn ich eine Lebenspartnerin hätte würden das natürlich meine Kinder wissen und die anderen Menschen in meinem Leben. Was man mit den Partnern aber genau hinter verschlossenen Türen macht muss man nicht ausbreiten, das muss nicht jeder so genau wissen, insbesondere keine Kinder. Da sehe ich schon einen Unterschied.

vor 4 Minuten, schrieb Ropamin:

Zu versuchen alles zu verheimlichen ist ja auch ziemlich anstrengend,..

...Genau, es ist anstrengend und es klappt auf Dauer nicht.

Bei mir hat ein wirklich guter Freund (noch bevor ich es mir selbst eingestanden habe), gemerkt, was mit mir los ist bzw. wen ich liebe.

Aufmerksame Menschen merken, wenn was anders ist.

Daran muss man auch immer denken.

vor 52 Minuten, schrieb daisy-gaga:

Kannst du das auch begründen? 

Ich empfinde es so ohne zu begründen.

Ich persönlich finde es weder falsch noch richtig sich zu outen. Wenn man einen Fetisch oder was auch immer seit jahren mit sich herumträgt und ihn vor anderen versteckt, kann es durchaus helfen sich zu outen, wenn man sich dadurch selbst besser akzeptieren kann und sich freier fühlt. Ein Outing ist für mich auch etwas anderes, als einfach ein "auf die Nase binden", sondern sich dem anderen im Vertrauen zu öffnen. Das hängt finde ich auch stark davon ab, wie gut man mit seinem Gegenüber harmoniert und ob es "sinnvoll" ist, dem anderen seine Neigung anzuvertrauen.

Letztendlich muss jeder selbst in sich hineinhören, ob man sich eher sorgen macht sich zu öffnen, oder ob es eine "befreiung" für einen selbst sein kann...

Ich möchte niemanden be- oder gar verurteilen, der sich dafür oder dagegen entscheidet, sich zu outen.
vor 4 Minuten, schrieb Doktor_Peitsche:

Ich empfinde es so ohne zu begründen.

Warum nimmst du an diesem Thema teil, wenn du nichts beitragen möchtest, ausser einem wenig sagenden Satz?

 

Vor 21 Minuten , schrieb FETMOD-UYEN:

Warum nimmst du an diesem Thema teil, wenn du nichts beitragen möchtest, ausser einem wenig sagenden Satz?

 

Für etwas provokative Aufmerksamkeit ?

Muss? Nein. Sollte? Nein. Darf? Maybe. Wenn die Angesprochenen dadurch nicht belästigt werden. Konsent bedeutet eben auch, dass Dritte nicht mit irgendwelchen Sexualitäten / Identitäten / ... konfrontiert werden, von denen sie nichts wissen wollen. Es gibt kein Recht darauf, anderen den eigenen Kink vor die Nase zu halten. Bisschen Rücksicht, wie überall im Leben. Vor allem, wenn die anderen aufgrund von Reife, Machtverhältnissen etc dem nicht ausweichen können.
P.S. Wen es belastet, nicht über seinen Kink sprechen zu können, der kann das ja jederzeit unter Gleichgesinnten auf einem Stammtisch machen. Dafür braucht es keine Öffentlichkeit.
Mit dem outen, ist es so ne Sache bei machen Sachen,ist es gut bei manchen anderen sollte man es lassen. Außer,man erhofft sich was durch das outen dann kann es sinnvoll sein,weil mache sich sonst überfordert oder überfallen wenn man es zu spät,oder gar nicht macht
Warum und weshalb sich für etwas outen, ich nenne es mal Privatsphäre. Jeder sollte das tun was er für sich richtig hält und nicht für andere. Dieses outen, von c und d Promis, nur um mal wieder was von sich hören lassen.
vor 2 Stunden, schrieb daisy-gaga:

mal so ganz allgemein gefragt. Sollte man sich outen?

Ganz gleich ob Sexualität, Kink, Vorliebe, what ever?

Ich sehe das durchaus kritisch.

 

Ich wäge ab in welchem Umfeld ich mich befinde und ob die Informationen in diesem Umfeld wichtig sind. Meistens sind sie es nicht. Kollegen, Verein und so weiter, geht es schlichtweg nichts an. 
Ich habe zwei Kolleginnen die "etwas mehr" wissen weil wir bei unseren Mittagspausenspaziergängen mal kleinere private Themen aufgreifen. Den vollen Umfang kennen sie aber nicht.

Familie ist ein anderer Bereich
Ich habe mich meiner Familie gegenüber nicht voll umfänglich geoutet weil ich weiß wie schwer es ihnen fallen wird das einzuordnen. Lediglich einer meiner Brüder ist im Bilde was meine Verbindung zum BDSM angeht. Zudem muss meine Familie gar nicht so genau wissen was ich so treibe. Insbesondere meine Mom hätte mit ihren Moralvorstellungen da große Probleme mit und ich möchte sie damit überhaupt nicht behelligen. 
 

Zu meiner Bi Neigung stehe ich selbst für mich noch gar nicht so lange, der Prozess des Eingestehens hat lange gedauert. "Geoutet" habe ich mich dahingehend vor meiner Familie, nicht weil es mir wichtig war das sie es wissen sondern viel mehr um meiner Nichte eine Verbündete zu sein die sich selbst im letzten Jahr als lesbisch outete. Sie hatte große Angst davor und nachdem ich meine Bi Sexualität bekannt gegeben hatte und die Wogen sich in der Familie geglättet hatten (der erste Schock gefolgt von Gesprächen und schließlich Akzeptanz) fiel es meiner Nichte leichter. Vor allem aber hat sie mich als Gesprächspartnerin für Themen die der Rest der Familie nicht nachvollziehen kann. 

Alles in einem gilt wohl, wenn der Leidensdruck zu hoch wird und die psychische Gesundheit gefährdet ist, kann es gut sein sich zu outen. Zumindest gegenüber Menschen die einem wichtig sind und denen man wichtig ist. 
Ich glaube auch das wir uns oft selbst viel mehr im Weg stehen aus Angst. 
 

 

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