Dies ist ein beliebter Beitrag. JKFaith Geschrieben November 27, 2025 Der Text ist heiß! Um weiterlesen zu können benötigst Du einen Account. Jetzt kostenlos registrieren! Jetzt registrieren Dies ist ein beliebter Beitrag. Glitzern Ich liege quer über dem Bett, Handy über mir, das Display so nah, dass ich meinen Atem darauf sehe. Unser Verlauf ist offen. Dein Satz hängt dort wie ein Versprechen: „Dann küsse ich das weg.“ Ich lächle in die Dunkelheit. Das Wort glitzern bleibt an mir kleben, wie feiner Staub, der erst im richtigen Licht sichtbar wird. Im Bad brennt nur die kleine Lampe über dem Spiegel. Wasser läuft – nicht heiß, nur warm genug, dass die Schultern sinken. Ich binde mir den Schal wie eine zarte Erinnerung um das Handgelenk, lächle über die Eigenart und lasse ihn wieder fallen. Meine Haut ist still, nur mein Puls antwortet. Grün, denke ich. Ganz ruhig. Ich lehne mich an die kühle Fliese, lasse die Finger über den Rand des Waschbeckens wandern, über den Bauch, an der Taille vorbei – kein Hast, nur dieses leise Kreisen, das erst in den Gedanken beginnt. Du stehst hinter meinen Lidern, so klar, als würdest du mir den Nacken atmen. Ordnung & Lust, höre ich von dir, und ich sortiere die Luft, ziehe sie tief ein, halte sie kurz, gebe sie langsam zurück. Das Wasser perlt über meine Hände, sammelt sich in winzigen Tropfen an den Knöcheln. Im Spiegel glitzern sie wirklich. Ich hebe die Finger an, drehe die Hand, beobachte, wie das Licht daran zittert – und genau da trifft mich die Erinnerung: dein Mund an meinen Fingern, dieses „küsse ich weg“ in deiner Stimme, halb verspielt, halb ernst. Etwas in mir wird weich und hell. Grün, wieder. Ich setze mich auf den Rand der Wanne. Der Raum ist warm, die Stadt still, und ich lasse die Gedanken den Weg gehen, den sie längst kennen: zuerst Bilder – dein Blick, der mich fängt; dann Geräusche – dein leises Lachen, wenn ich zu schnell werde; dann nur noch Rhythmus. Keine Eile. Ich folge dem, was sich aufbaut, Schicht um Schicht, als würde jemand von innen die Dimmung hochdrehen. Die Tropfen an meinen Fingern werden zu Spuren auf der Haut, ziehen Linien, die mich in diesen schmalen Tunnel führen, in dem es nur Atem gibt und das kleine, aufleuchtende ja. Ich muss nicht sehen, ich brauche keine Worte. Mein Körper weiß, wann genug Druck, wann weniger, wann die Pause, die fast zu lang ist – gelb – und dann die Entscheidung zurück zu grün. Ich laufe nicht davon. Ich lasse zu. Als die Welle kommt, ist sie nicht laut. Sie ist vollständig. Der Rücken wölbt sich, die Hand verlangsamt, hält, nachglüht. Ich sitze still und lächle in den Spiegel, während das Wasser wieder leise rennt. Die Tropfen an meinen Fingern sind nur noch Restlicht. Ich drehe die Hand, so als würdest du sie nehmen. „Küss es weg,“ flüstert etwas in mir, und ich spüre, wie sich alles beruhigt. Später, im Bett, tippe ich eine Nachricht und lösche sie. Schicke stattdessen nur ein einziges Wort: „Glitzert.“ Du wirst es verstehen – ohne Erklärungen, ohne Ort, ohne Namen. Und wenn du antwortest, weiß ich, dass du wieder da bist, genau dort, wo meine Haut dich längst gespeichert hat.
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