Jump to content

Neurodivergenz, Kink und Kommunikation


Tk****

Empfohlener Beitrag

Ich finde es schon wichtig zu wissen, wenn jemand aus meinem Umfeld vermutet, neurodivergent zu sein. Dann kann ich meine Kommunikation ggf. anpassen, manche Worte nicht so sehr auf die Goldwaage legen usw.
Habe zb einen Kollegen der ständig aneckt, unbestritten sehr gut in manchen Bereichen aber in anderen einfach nur anstrengend. Da wird nun natürlich ordentlich gemunkelt, das finde ich schade. Wäre ich seine Vorgesetzte, würde ich die Aufgaben anders zuschneiden, so dass er seine Stärken einbringen kann

vor 22 Minuten, schrieb kleiner_phönix:

Dann kann ich meine Kommunikation ggf. anpassen, manche Worte nicht so sehr auf die Goldwaage legen usw.

Du meinst, Worte nicht krumm nehmen, weil du nicht etwas hinein interpretierst, was nicht gesagt wurde, sondern einfach mal das, was gesagt wurde so annimmst, wie es gesagt war? Ich weiß, dass die Redewendung genau das Gegenteil meint, aber das ist ja das Problem. Wörtlich nehmen bedeutet auch, genau das zu meinen, was gesagt ist, ohne Hintergedanken, ohne soziale Verklausulierung, ohne falsche Freundlichkeit.

 

Ein Beispiel: ich sagte einer Freundin, dass es mir leid tut, dass es ihr nicht gut ging. Sie meinte, ich müsse mich dafür nicht entschuldigen. Ich sagte darauf, dass ich mich nicht entschuldigt hätte, denn ich kann ja nichts dafür, ich hatte nur gesagt, dass es mir leid tut, dass es ihr nicht gut ging.

 

Das Konzept, dass hinter "Tut mir leid" ein nicht wörtlich gesagtes "Ich nehme dafür die Schuld und Verantwortung auf mich" steht, ist neurotypisch.

In der WDR Mediathek gibt es unter WDR Wissen eine interessante Dokumentation (45 Minuten) zum Thema "Neurodiversität". 

 

Viel Spaß beim Gucken. 

Vor 1 Stunde, schrieb Teaspoon:

Du meinst, Worte nicht krumm nehmen, weil du nicht etwas hinein interpretierst, was nicht gesagt wurde, sondern einfach mal das, was gesagt wurde so annimmst, wie es gesagt war? Ich weiß, dass die Redewendung genau das Gegenteil meint, aber das ist ja das Problem. Wörtlich nehmen bedeutet auch, genau das zu meinen, was gesagt ist, ohne Hintergedanken, ohne soziale Verklausulierung, ohne falsche Freundlichkeit.

 

Ein Beispiel: ich sagte einer Freundin, dass es mir leid tut, dass es ihr nicht gut ging. Sie meinte, ich müsse mich dafür nicht entschuldigen. Ich sagte darauf, dass ich mich nicht entschuldigt hätte, denn ich kann ja nichts dafür, ich hatte nur gesagt, dass es mir leid tut, dass es ihr nicht gut ging.

 

Das Konzept, dass hinter "Tut mir leid" ein nicht wörtlich gesagtes "Ich nehme dafür die Schuld und Verantwortung auf mich" steht, ist neurotypisch.

Nein das meine ich nicht. Sondern wenn es der Person zb an Empathie fehlt und sie verletzt, ohne es zu wollen

Vor 1 Stunde, schrieb Teaspoon:

Du meinst, Worte nicht krumm nehmen, weil du nicht etwas hinein interpretierst, was nicht gesagt wurde, sondern einfach mal das, was gesagt wurde so annimmst, wie es gesagt war? Ich weiß, dass die Redewendung genau das Gegenteil meint, aber das ist ja das Problem. Wörtlich nehmen bedeutet auch, genau das zu meinen, was gesagt ist, ohne Hintergedanken, ohne soziale Verklausulierung, ohne falsche Freundlichkeit.

 

Ein Beispiel: ich sagte einer Freundin, dass es mir leid tut, dass es ihr nicht gut ging. Sie meinte, ich müsse mich dafür nicht entschuldigen. Ich sagte darauf, dass ich mich nicht entschuldigt hätte, denn ich kann ja nichts dafür, ich hatte nur gesagt, dass es mir leid tut, dass es ihr nicht gut ging.

 

Das Konzept, dass hinter "Tut mir leid" ein nicht wörtlich gesagtes "Ich nehme dafür die Schuld und Verantwortung auf mich" steht, ist neurotypisch.

Das kenne ich zu gut 😌 wenn ich sage es das es mir leid tut oder jemand/etwas… dann kommt das sehr oft. Ist so nervig gerade als Empathin.. Ja Ich kann nichts dafür aber ich kann trotzdem mitfühlen oder es kann mir Leid tun. Manchmal ist es aber auch der eigene Selbstwert. Meine sub letztens zu einer Freundin die etwas mehr auf den Hüften hat…als sie gerade ein Stück Grill Fleisch von einem bestimmten Discounter in den Mund schob. “ Wow die Stücke werden auch immer größer!” …

vor 4 Stunden, schrieb kleiner_phönix:

Dann kann ich meine Kommunikation ggf. anpassen, manche Worte nicht so sehr auf die Goldwaage legen usw.

Da war ich auch eben dran hängen geblieben, @Teaspoon war aber schon schneller 😉 .  Also bei mir und auch bei meiner Tochter ist es so, dass wir wirklich fast alles ganz genau so sagen, wie es ist und dass wir das fast gar nicht »sozialverträglich verpacken« können. 
Andersrum kann es uns sehr verletzen, wenn ein Stino (gemeint ist hier neurotypisch) da irgendwas raushaut, was er gar nicht so meint. 

Will sagen: bei uns kommt alles auf die Goldwaage, da gibt es fast keinen Weg dran vorbei.

Vor 14 Minuten , schrieb Igel:

Da war ich auch eben dran hängen geblieben, @Teaspoon war aber schon schneller 😉 .  Also bei mir und auch bei meiner Tochter ist es so, dass wir wirklich fast alles ganz genau so sagen, wie es ist und dass wir das fast gar nicht »sozialverträglich verpacken« können. 
Andersrum kann es uns sehr verletzen, wenn ein Stino (gemeint ist hier neurotypisch) da irgendwas raushaut, was er gar nicht so meint. 

Will sagen: bei uns kommt alles auf die Goldwaage, da gibt es fast keinen Weg dran vorbei.

Gerade im Job stelle ich mir das schwierig vor 🤔

vor 48 Minuten, schrieb kleiner_phönix:

Gerade im Job stelle ich mir das schwierig vor 🤔

Immer, im ganzen Leben, Tag und Nacht, ohne Unterbrechung und nicht nur im Job. 

  • Moderator

Ich habe einige Beiträge wegen offTopic und zugehörigen Reaktionen entfernt (aber nur einen Bruchteil dessen, was als offTopic gemeldet wurde, denn die meisten "Ausflüge" passen durchaus zum Thema).

LG Carmen, FET Team

Gestern um 06:16 Uhr, schrieb kleiner_phönix:

Ich finde es schon wichtig zu wissen, wenn jemand aus meinem Umfeld vermutet, neurodivergent zu sein. Dann kann ich meine Kommunikation ggf. anpassen, manche Worte nicht so sehr auf die Goldwaage legen usw.
Habe zb einen Kollegen der ständig aneckt, unbestritten sehr gut in manchen Bereichen aber in anderen einfach nur anstrengend. Da wird nun natürlich ordentlich gemunkelt, das finde ich schade. Wäre ich seine Vorgesetzte, würde ich die Aufgaben anders zuschneiden, so dass er seine Stärken einbringen kann

Die Aufgaben dem Menschen anzupassen ist auch ökonomisch unbedingt sinnvoll. Andersherum wird es aber erwartet. Das ist zutiefst unmenschlich und erzeugt nur Krankenstand.

vor 3 Stunden, schrieb Fehmarn68bi:

Die Aufgaben dem Menschen anzupassen ist auch ökonomisch unbedingt sinnvoll. Andersherum wird es aber erwartet. Das ist zutiefst unmenschlich und erzeugt nur Krankenstand.

@Fehmarn68bi, Du hast das „etwas verschraubt“ beschrieben. Meintest Du es etwa so? Das würde ich nämlich auch als meine Sichtweise beschreiben:

"Die Aufgaben an die jeweiligen Menschen (egal ob neurodivergent oder sonst wie) anzupassen ist auch ökonomisch unbedingt sinnvoll. Andersherum wird es aber erwartet (z.B. die Neurodivergenten sollen sich nicht so anstellen). Das ist zutiefst unmenschlich und erzeugt nur Krankenstand."

Ich würde so weit gehen zu sagen, dass dies kein Problem ist, das nur Neurodivergente in der Berufswelt haben.

vor 13 Minuten, schrieb Teaspoon:

Ich würde so weit gehen zu sagen, dass dies kein Problem ist, das nur Neurodivergente in der Berufswelt haben.

Ja, da bin ich auch dabei.

Ich war ja gut 20 Jahre lang selbständig mit bis zu 25 Mitarbeiter*innen. Damals wusste ich noch nix von meinem Aspi. Aber einer meiner Leitgedanken war: jede/n einzelne/n möglichst so und dort einsetzen, wo der/die Mitarbeitende Stärken und besondere Fähigkeiten hat. Das hat nicht immer, aber doch recht oft gut geklappt - und die Bande hat sich bei mir in meinem Betrieb auch (meist) recht wohl gefühlt. 

Also intuitiv habe ich damals schon (ab Mitte der 90er Jahre) versucht, diese Idee, diese Richtung umzusetzen. 

Ist jetzt nicht kink, aber es geht um Neurodivergenz und Kommunikation, also noch innerhalb der Grenze zu OT. 🦔 erleichtert ...

Vor 1 Stunde, schrieb Teaspoon:

Ich würde so weit gehen zu sagen, dass dies kein Problem ist, das nur Neurodivergente in der Berufswelt haben.

Grundsätzlich ja schon. Doch sind es ja die Neurotypischen (meisst RechtshänderInnen), die die Regeln machen. Die hätten also am wenigsten Grund sich zu beschweren. Oder?

Im Kink/BDSM bewegt man sich außerhalb der gängigen Konventionen. Daher braucht es da einfach mehr, klarere und offenere, direkte Kommunikation. Das kommt und Neurodivergenten einfach entgegen.

vor 2 Stunden, schrieb Igel:

@Fehmarn68bi, Du hast das „etwas verschraubt“ beschrieben. Meintest Du es etwa so? Das würde ich nämlich auch als meine Sichtweise beschreiben:

"Die Aufgaben an die jeweiligen Menschen (egal ob neurodivergent oder sonst wie) anzupassen ist auch ökonomisch unbedingt sinnvoll. Andersherum wird es aber erwartet (z.B. die Neurodivergenten sollen sich nicht so anstellen). Das ist zutiefst unmenschlich und erzeugt nur Krankenstand."

Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille. 

Die "Aufgabe" ist zu ein Angebot zur Arbeit. Die Aufgabe ist genau definiert. Der Arbeitgeber bezahlt dafür jemand zu haben welcher der Aufgabe gewachsen ist. 

Ist man dieser Aufgabe nicht gewachsen, weil man zu dick, zu langsam, zu schludrig, zu neurodivergent ist, dann ist es nicht die Sache des Arbeitgebers die Aufgabe "passend" zu machen, sondern die Person ist vielleicht schlichtweg im falschen Job. 

Rücksicht, Toleranz, Individualität - alles berechtigt. Und auf der anderen Seite steht " mündig sein / werden " und nicht der Gesellschaft, dem Arbeitgeber, der Politik seine Individualität aufzwingen. 

Vor 2 Minuten , schrieb Fehmarn68bi:

Grundsätzlich ja schon. Doch sind es ja die Neurotypischen (meisst RechtshänderInnen), die die Regeln machen. Die hätten also am wenigsten Grund sich zu beschweren. Oder?

Naja wenn man im Job falsch eingesetzt wird spielt das doch keine Rolle. Wieso sollte man trennen?

vor einer Stunde, schrieb Fehmarn68bi:

Grundsätzlich ja schon. Doch sind es ja die Neurotypischen (meisst RechtshänderInnen), die die Regeln machen. Die hätten also am wenigsten Grund sich zu beschweren. Oder?

Nein, die Regeln machen nicht die Angestellten. Aber da kommen wir zu sehr ins OT.

vor einer Stunde, schrieb Tau08:

Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille. 

Die "Aufgabe" ist zu ein Angebot zur Arbeit. Die Aufgabe ist genau definiert. Der Arbeitgeber bezahlt dafür jemand zu haben welcher der Aufgabe gewachsen ist. 

Ist man dieser Aufgabe nicht gewachsen, weil man zu dick, zu langsam, zu schludrig, zu neurodivergent ist, dann ist es nicht die Sache des Arbeitgebers die Aufgabe "passend" zu machen, sondern die Person ist vielleicht schlichtweg im falschen Job. 

Rücksicht, Toleranz, Individualität - alles berechtigt. Und auf der anderen Seite steht " mündig sein / werden " und nicht der Gesellschaft, dem Arbeitgeber, der Politik seine Individualität aufzwingen. 

Mein Reden: such dir einen Beruf, der zu dir passt. Ist wie in Beziehungen auch, wenn es nicht passt, muss man gehen und das passende suchen.

Vor 1 Stunde, schrieb Tau08:

Es gibt aber auch eine andere Seite der Medaille. 

Die "Aufgabe" ist zu ein Angebot zur Arbeit. Die Aufgabe ist genau definiert. Der Arbeitgeber bezahlt dafür jemand zu haben welcher der Aufgabe gewachsen ist. 

Ist man dieser Aufgabe nicht gewachsen, weil man zu dick, zu langsam, zu schludrig, zu neurodivergent ist, dann ist es nicht die Sache des Arbeitgebers die Aufgabe "passend" zu machen, sondern die Person ist vielleicht schlichtweg im falschen Job. 

Rücksicht, Toleranz, Individualität - alles berechtigt. Und auf der anderen Seite steht " mündig sein / werden " und nicht der Gesellschaft, dem Arbeitgeber, der Politik seine Individualität aufzwingen. 

Die Aufgabe zu erledigen ist oft nicht das eigentliche Problem. Die Problematik beginnt oft schon in ungenauen Aufgabenbeschreibungen, unkommunnizierten Erwartungshaltungen und Vorgehensweisen. Diese Art Inkompetenz ist oft unter mittelständischen Leistungsnehmern besonders verbreitet.
Das war zumindest meine Erfahrung über Jahrzehnte im Beruf. Und ich hab den Fehler immer wieder bei mir gesucht. Dabei war er da gar nicht.
Seit über 15 Jahren leite ich nun mein eigenes Team und kann meinen Kollegen erstmal die Freiheit geben, die ich nie hatte. Und wir haben mit die höchste Produktivität im Vergleich. Aber auch für mein Team war es natürlich eine Ungewöhnung. So viel mehr Eigenverantwortung kann auch nicht jede/r...

×
×
  • Neu erstellen...