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Wenn die Gesundheit alles ändert


Fr****

Empfohlener Beitrag

(bearbeitet)
vor 13 Stunden, schrieb Frau_Lust:

Ich hatte neulich einen sehr intensiven Austausch, der mich lange nicht losgelassen hat. Es ging um den Moment, in dem die „Navigation des Lebens“ plötzlich umschlägt. Ich meine damit die Momente, die alles verändern: Ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, eine schwere Form der Epilepsie oder chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose. Von heute auf morgen ist nichts mehr, wie es war.
Das Schwierige daran ist: Im Grunde bleibt man ja derselbe Mensch mit denselben Neigungen und derselben Leidenschaft. Aber je nachdem, wie schwer es einen getroffen hat, kann es sein, dass sich alles grundlegend ändert. Man muss schauen, wo die neuen Grenzen liegen – oder ob gewisse Dinge schlichtweg gar nicht mehr möglich sind. Man muss das alles erst mal verarbeiten und annehmen, dass es eben nicht mehr so wird wie früher. Man ist letztendlich froh, dass man das überlebt hat, dass man lebt, aber man muss eben mit einer völlig neuen Realität klarkommen.
Jeder geht damit anders um. Einige machen weiter wie bisher, andere haben schwer damit zu kämpfen, und wieder andere haben das Pech, dass sie sich völlig neu entdecken oder sogar komplett umorientieren müssen. Es ist ein Prozess, sich von alten Anteilen der eigenen Erotik zu verabschieden, wenn der Körper nicht mehr so mitspielt, wie man es gewohnt war.
Was mich dabei besonders nachdenklich gemacht hat: Wenn Betroffene hier sind, für sich klare, neue Tabus entdeckt haben und diese auch offen kommunizieren, erleben sie leider oft, dass Chatpartner das als „verschiebbare Grenzen“ abtun. Es ist unbegreiflich, wenn man dann noch mit Verachtung oder Sätzen wie „Du hast hier nichts mehr verloren“ konfrontiert wird, nur weil er seine gesundheitlichen Grenzen schützt.
Mich würde eure ehrliche Perspektive dazu interessieren. Wie geht ihr damit um, wenn euch ein Schicksalsschlag getroffen hat und ihr wisst: Es wird nicht mehr so wie vorher? Wie habt ihr den Weg der Neuorientierung erlebt oder wie reagiert ihr, wenn andere kein Verständnis für eure Grenzen haben und euch sogar das Recht absprechen, Teil dieser Plattform zu sein?
Vielleicht ist ein Erfahrungsaustausch hier ganz gut – auch für andere, die ebenfalls betroffen sind, sich aber vielleicht nicht trauen, das öffentlich zu machen, was ich sehr gut nachvollziehen kann

Gebe nichts auf die, die dich hier weghaben wollen. Aus Erfahrung, das sind genau die, die mit jedem Wind segeln. Hier, auf einer anderen Seite, im RL. Das ist nicht Stärke oder Ambiguitätstoleranz, sondern einfach gelebte Schwäche. Das sind keine sinnvollen Orientierungspunkte, wenn es um Konsens oder Beständigkeit in schweren Zeiten geht. Die sind zuerst weg. Aber genau du gehörst hier her. 

Viele merken irgendwann, dass das Leben nicht immer gleich leicht ist. Und hier haben schon einige super konstruktive Antworten gegeben. Pragmatismus. Das, was geht nimmt man mit. Eine andere Wahl hat man nicht, aber man resigniert nicht. Stellt sich der neuen Situation. Und oft ergeben sich sogar neue Kinks, die nun erfüllend sind. Viel läuft im Kopf ab. Und da kann man nun mehr Fokus drauf legen. 

Hatte erst vor kurzem ein Gespräch über Kopforgasmen, wieviel heftiger teilweise als körperliche Orgasmen sind. 

Zauberformel habe ich nicht. Aber bitte habe weiterhin den Mut, mit der Veränderung umzugehen. Das wünsche ich dir von Herzen dann werden sich auch neue Wege öffnen. 

bearbeitet von HirnHerzHumor

Vielleicht solltest du die Möglichkeit einer PN mit anbieten. Ich kann mir gut vorstellen, dass Betroffene dies nicht unbedingt öffentlich erzählen wollen.

Ich eine Knie TEP  und eine Wirbelsäule OP hinter mir. Unser BDSM war ganz normal nur halt mit Hilfsmitteln z.B. einem Yogakissen oder wenn die Schmerzen in der Wirbelsäule wieder gekommen sind Tap und an dieser Stelle durfte nicht geschlagen werden. 

Ihr merkt ich schreibe in der Vergangenheit da mein Herr seit 2 Wochen auf der Intensiv liegt mit GBS und man nicht weiß wie es weitergeht. Und man schauen muss in wie weit wir das BDSM anpassen müssen. 

vor 56 Minuten, schrieb Davina87:

Absolutely not! 

Hier versuchen zu viele st@ndig bei Frauen unter Vorwand XYZ in Kontakt zu treten und sie werden die dann auch nurnoch mit dem ND Los. Als Mann kannst du das machen, aber bei ihr würden vielleicht grade mal 10% wirklich an dem Thema interessiert sein und dieses Angebot würde gnadenlos missbraucht/zweckentfremdet werden.  

ja, ok, nicht zu Ende gedacht. SRY

vor 2 Stunden, schrieb Frau_Lust:

 

Grundsätzlich gilt natürlich: Jedem steht es frei, mich anzuschreiben, sofern ein ernsthaftes Interesse an einem ehrlichen Austausch besteht.
Allerdings habe ich diesen Beitrag ganz bewusst öffentlich verfasst, weil er Menschen betrifft, mit denen ich in engem Kontakt stehe. Ich habe gesehen, was diese Schicksalsschläge und vor allem die respektlosen Reaktionen darauf mit ihnen machen. Es gibt viele Betroffene, die selbst niemals so einen Beitrag schreiben würden – sei es aus Scham oder wegen des Outings.
Warum ich das hier öffentlich gemacht habe? Ganz einfach: Weil es ein riesiger Vorteil ist, wenn betroffene Menschen nicht nur von einer Person hören, dass sie wertvoll sind. Es ist wichtig, dass sie lesen können, dass sie auf diese Art von Ausgrenzung und Respektlosigkeit nichts geben sollen. Viel mehr helfen ihnen die aufmunternden Worte und mutmachenden Erfahrungen von verschiedenen Menschen hier, die zeigen, dass hinter jedem Profil ein Mensch mit einer Geschichte und eventuell einem schweren Schicksalsschlag steht.

Ich verstehe absolut deine rangehens Weise. Da es mich schon mehrfach "gebeutelt" hat und ich schlechte, sehr schlechte Erfahrungen mit der Öffentlichkeit hatte und habe, würde für mich nur eine PN auf dieser (und ähnlichen) Plattform(en) in Frage kommen. Aber das ist nur meine Meinung und soll nicht deine Bestrebungen lindern. Ganz im Gegenteil!

jack@jackXjacqueline:

vor einer Stunde, schrieb Tau08:

Du bist nur einer Illusion unterlegen, das hast du bereits erkannt. Die Gesellschaft ist nicht schlechter geworden. Sie war schon immer so - und teilweise viel schlimmer (NS Zeit und zuvor).

Du hast sie inzwischen nur besser verstanden. Kein Grund sich nachhaltig zu distanzieren, es liegt nicht in (d)einer Sphäre sie (Gesellschaft) zu ändern. In deiner Sphäre sind jedoch viele Menschen und diesen kannst du andere Blickwinkel ermöglichen, denn im "besser verstehen" sind wir alle unterschiedlich schnell. Oder langsam. 

Es ging mir nie darum, die Gesellschaft ändern zu wollen. Ich kann nur hinsehen und sagen, wie es ist und bennen wenn etwas offenkundig, vor aller Augen, in die falsche Richtung läuft. Das Problem ist nur: meine Mitmenschen waren in dieser Hinsicht selten so verschlossen, so verängstigt und in ihrem Denken scheinbar so eingeengt wie zur jetzigen Zeit. Und so kommt es, dass jeder, der heute Dinge anspricht, die nicht gehört werden möchten oder dem vorgegebenen Denkrahmen widersprechen, ausgegrenzt und auf lächerlichste Art und Weise in die immer gleichen Schubladen der Leugner und Versteher gepackt wird. Man brandmarkt, kehrt die Probleme unter den Teppich und hofft, dass keine Beulen entstehen über die man irgendwann mal stolpern wird. Ich versuche mit den Menschen sachlich zu reden und zu argumentieren, scheitere aber regelmäßig an den moralisch aufgeladenen Totschlagargumenten der anderen. Und ja, da sehe ich zumindest genügend Grund darin, mich von so einem Verhalten nachhaltig zu distanzieren und mich vermehrt den Menschen zu widmen, die nicht diesen Weg eingeschlagen haben. Mein Vertrauen in die Allgemeinheit jedenfalls wurde nachhaltig geschädigt und das wird sich auch so schnell nicht ändern.

Aber ich möchte das Thema gar nicht in diese Richtung abschweifen lassen. Ich wollte nur ein Beispiel geben, dass es nicht unbedingt nur gesundheitliche Aspekte sein müssen, die alles ändern können. Und das sich die Gesellschaft zum Negativen gewandelt hat, nun, das ist meine Erkenntnis aus über vierzig Jahren Lebenserfahrung.

(bearbeitet)
vor 13 Stunden, schrieb Raphaela:

Ihr merkt ich schreibe in der Vergangenheit da mein Herr seit 2 Wochen auf der Intensiv liegt mit GBS und man nicht weiß wie es weitergeht. Und man schauen muss in wie weit wir das BDSM anpassen müssen. 

Ich drücke euch beiden die Daumen, dass dein Herr sich erholt und so weit wie möglich wieder gesundet. Bleibt stark füreinander, ich wünsche euch die Kraft dazu.

 

Und ich hoffe, dass du Menschen um dich hast, die bei dir sind und dir Kraft geben. Oft wird nur der Mensch im Krankenhaus gesehen und der Partnermensch wird ein bisschen vergessen. Du kannst aber nur für ihn da sein, wenn du selbst die Kraft dafür hast. Pass auf dich auf.

bearbeitet von Teaspoon
vor 13 Stunden, schrieb Raphaela:

Ich eine Knie TEP  und eine Wirbelsäule OP hinter mir. Unser BDSM war ganz normal nur halt mit Hilfsmitteln z.B. einem Yogakissen oder wenn die Schmerzen in der Wirbelsäule wieder gekommen sind Tap und an dieser Stelle durfte nicht geschlagen werden. 

Ihr merkt ich schreibe in der Vergangenheit da mein Herr seit 2 Wochen auf der Intensiv liegt mit GBS und man nicht weiß wie es weitergeht. Und man schauen muss in wie weit wir das BDSM anpassen müssen. 

Viel Kraft und pass auf dich auf. 

Ich hoffe es wird sich einpendeln zum positiven 

vor 15 Stunden, schrieb Raphaela:

Ihr merkt ich schreibe in der Vergangenheit da mein Herr seit 2 Wochen auf der Intensiv liegt mit GBS und man nicht weiß wie es weitergeht. Und man schauen muss in wie weit wir das BDSM anpassen müssen.

Ich wünsche euch, dass sich sein Zustand bald bessert, und dir viele Menschen, die dich unterstützen.

vor 10 Stunden, schrieb jackXjacqueline:

vorgegebenen Denkrahmen

Wer andere Meinungen nicht respektiert, sondern mit solchen Erfindungen diskreditiert, trägt seinen Teil dazu bei, finde ich.

@Raphaela ich wünsche deinem Herrn auch gute Besserung.

Du bist eine so hingebungsvolle Sub 🥰, das hat man immer gelesen. Bestimmt findet ihr da gute Wege und ich drücke euch die Daumen. 

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