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Performance beim Kennenlernen - Nutzen und Schaden? Wie viel ist zu viel?


La****

Empfohlener Beitrag

Ich kann nur durch mein Wesen überzeugen. Come as you are. Ein gemeinsames Thema finden, über das man reden kann ist schon etwas besonderes im eintönigen und einsilbigen Blätterwald.

Performance klingt bisschen so als wolle man ne Show/Wettkampf gewinnen 😅
Ich mag es eher bei mir und anderen, wenn man einen guten Eindruck hinterlassen kann. Sich Mühe zu geben und das die andere Person auch wissen zu lassen. Aus Respekt bzw Wertschätzung.
Seien es Basics wie Körperpflege, ordentliches Outfit oder auch andere Dinge wie Wahl ein Orts/Tätigkeit oder sonstige Vorbereitungen und Entgegenkommen.
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Ich glaube es ist irgendwo etwas Ur-menschliches, dass man mehr Leistung bring, wenn man von anderen beobachtet wird. Deswegen find es voll normal nen guten Eindruck hinterlassen zu wollen. Aber aus Erfahrung ist das normal, dass die ersten Treffen etwas aufregender/stressiger oder auch "performativer" sind, als das 100 oder 1000ste.
Bin glaube ich insgesamt eher Team-pragmatisch und authentisch ;)

Die Frage ist doch: Was ist Performance?

Spiele ich eine Rolle, um möglichst meinem Gegenüber zu gefallen? Das wird nicht ewig funktionieren.

Oder zeige ich mich, wie @misanthropicalisland schrieb, von meiner „Schokoladenseite“.
Achte etwas mehr auf mein Äußeres? Auf meine Wortwahl? Mein Verhalten?
Das ist dann eben auch ein Mittel, um meinem Gegenüber zu zeigen, dass mir die Begegnung wichtig ist.
Das ich bereit bin, zu investieren.
Dass mein Gegenüber es wert ist.

BlackownsPurple

Für uns entscheidet der Mensch, nicht die Performance. Natürliche Offenheit, Authentizität, kein aufgesetztes "zweites Ich", ein aussagekräftiges profil mit Gesichtsfoto sind Dinge die wirken und überzeugen können. Alles muss zusammenpassen und dem Menschen entsprechen der dahintersteckt.

Ich bin ich. Das sieht man im Profil schon.
Wenn das meinem Gegenüber nicht passt, kommt man nicht auf eine Wellenlänge.

Was nützt das ewige verstellen, anpreisen usw. Lieber grade raus, als sich zu verbiegen. Lieber kein Match als 10 schlechte.

Vor 19 Minuten , schrieb Bösewichtin:

@LadyViolet_ Uff, das klingt hart nach Datemaxxing (gibts bestimmt schon auf TikTok 🙄

Ich glaube, zwischen den TikTok-Trends gibt es da auch einen gesunden Mittelweg.

Einiges wird ja immer hier im Forum genannt, was für mich noch kein Maxxing ist.
Also z. B. ein Profilfoto, ein authentischer Text, eine erste Nachricht, in der man auf den Gegenüber eingeht.
Das ist ja noch kein Maxxing. (Hoffe ich).

vor einer Stunde, schrieb Sunstone_1983:

 

Ich glaube, zwischen den TikTok-Trends gibt es da auch einen gesunden Mittelweg.

Einiges wird ja immer hier im Forum genannt, was für mich noch kein Maxxing ist.
Also z. B. ein Profilfoto, ein authentischer Text, eine erste Nachricht, in der man auf den Gegenüber eingeht.
Das ist ja noch kein Maxxing. (Hoffe ich).
 

Kommt drauf an. Ich bin langsam so von meinem Profil gelangweilt, weil ich jeden Tag erzählt bekomme, was da drin steht, so als würde es dafür Fleißsternchen geben. Ich glaube wenn man im Forum aktiv ist, bekommt man da mehr mit von den aktiven Usern und könnte bessere Themen finden.

@LadyViolet_ Auch irgendwie verständlich.
Immerhin wird das Profil gelesen.

Aber die wenigsten Nutzer/innen sind im Forum aktiv.
Klar könnte man damit noch individueller anschreiben und jemanden besser kennen lernen, aber hier sind gefühlt ja nur ca. 50 Nutzer/innen aktiv.
Man liest ja doch immer wieder die gleichen Personen hier.

Ich habe aber auch Hemmungen, jemanden im Sinne eines Dates anzuschreiben, mit dem ich mich im Forum gut austausche.
Ich habe Angst, da einen guten Austausch durch kaputt zu machen.

BlackownsPurple
(bearbeitet)

Ich habe gerade auf einer anderen (BDSM)Plattform einen schönen Text von einem Bekannten gelesen, der, wie ich meine, ganz gut hier her passt und zum nachdenken anregen könnte:

 

So wie ich bin
 
Ich möchte gesehen werden,
so wie ich bin.
Nicht so wie du mich gerne hättest.
Nicht als bessere Version von mir, weil Du denkst es wäre besser für mich.

Ich möchte gesehen werden, mit meinen Stärken und genauso mit meinen Schwächen.
Mit meinen Ecken und Kanten,
mit meinen Fehlern und mit allem was mich eben ausmacht.

Ich will mich nicht ständig erklären müssen.
Schon gar nicht das Gefühl haben,
ich müsste mich verändern,
damit ich für dich richtig bin.

Nimm mich wie ich bin.
Nicht perfekt!
Das bin ich nicht und das will ich auch nicht sein.

Ich bin ich.
Mit meiner Art, meinem Humor,
meinen Gedanken und manchmal auch meinen Macken.

Ich möchte einfach wissen,
dass ich so wie ich bin,
für dich genüge.

Denn ich erwarte von dir
auch nicht dass du anders wirst.

Ich lasse dich sein wie du bist.
Mit deinen Stärken und Schwächen,
deinen Ecken und Kanten.

Ich will dich nicht verbessern.
Ich will dich nicht formen.
Ich will dich nicht passend machen.

Ich sehe dich wie du bist
und das möchte ich.
Dich, so wie du bist.

Und genauso möchte ich,
dass du mich siehst.

Nicht perfekt.
Nicht verändert.
Nicht angepasst.
Sondern einfach ich.

Colour_of_Magic
bearbeitet von BlackownsPurple

Hallo, dieser Post entspricht mir sehr. Es ist ein sehr schwieriges und mittlerweile auch tatsächlich belastenden Thema. Ich habe als dominanter Part viel Verantwortung. Wahrscheinlich weil es im BDSM darum geht, dass der Sub sich fallen lassen möchte. Ich hatte dein Profil schon einmal gesehen und dachte mir: Sie macht alles richtig, sie bleibt in ihrer Rolle, hat die richtige Kleidung, usw. Ich persönlich kann jedem nur raten, in seiner Rolle zu bleiben. Das heißt, die Performance nicht aufzugeben. Die Performance gibt Sicherheit. Die Performance erhält eine gewisse Distanz zum Sub aufrecht. Natürlich geht es hier nicht nur um die dominante Perspektive, das verstehe ich schon. Aber ich glaube, ich verstehe das Problem oder die Fragen hier aus dominanter Sicht sehr gut. Man stellt sich diese Fragen immer wieder. Ich habe die besten Erfahrungen mit Subs gemacht, wenn ich eine Performance hingelegt habe, nicht persönlich geworden bin, keine persönlichen Details erzählt habe. Man sollte sich als dominanter Part mehr aufs Zuhören konzentrieren. Diese Subs haben mir dann gesagt, dass man mir vertrauen kann, dass sie etwas spüren, das sie noch nie mit jemandem gespürt haben. Sie zeigten das auch indem sie den Kontakt nie abbrachen, usw. Mit den Subs bei denen ich persönlicher wurde, wurde es immer zur absoluten Katastrophe. Es entwickelten sich Abhängigkeiten und emotionale Verstrickungen, meine dominante Rolle bröckelte außerhalb des Schlafzimmer aber auch innerhalb des Schlafzimmers. Ich persönlich denke dass man vor allem am Anfang, über mehrere Treffen hinweg, wirklich strikt in der Performance bleiben sollte. Wie es aus submissiver Sicht aussieht, weiß ich nicht. Ich denke, sie verspüren evtl den Druck, dann beim Kennenlernen oder in BDSM Begegnungen viel Einstecken zu können und merken dann evtl dass sie das nicht können, trauen sich aber nicht ihre Performance zu verlassen. Wahrscheinlich betrifft es also beide Seiten, aber hauptsächlich denke ich, ist das ein dominantes Problem. Meine Antwort lautet: In der Performance bleiben.

Was sind wir denn anderes als das, was wir tun/performen? Die ganzen Einheitsprofile mit Gym/Fahrstuhlselfie sind halt nicht so kompliziert gestrickt. Riesenteil der Profile und Kontaktanbahnungsversuche sind sehr ungeschickt. Die Tips diesbezüglich im Forum, was man tun könnte, um besser zu performen...Sind eigentlich Tips, an sich zu arbeiten, sich in andere hineinzufühlen, Selbstbewusstsein und sich selbst zu entdecken. Ob die das dann tun, keine Ahnung.
Aber - in den Augen der Welt sind wir unsere Performance.

Ich finde das Thema ziemlich spannend, fühle mich aber von dem OP etwas erschlagen. 😅

Und da musste ich gerade an einen älteren News-Artikel denken, dessen Überschrift in etwa ‘Können uns nur noch die Low Performer retten?‘ lautete. Den Gedanken fand ich damals schon interessant – und irgendwie passt er für mich auch hier ganz gut.

Am Ende muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er ‚performen‘ möchte. Und vielleicht auch, wodurch man für andere überhaupt sichtbar werden will: durch eine möglichst überzeugende Performance – oder durch andere Dinge, die möglicherweise weniger perfekt, dafür aber näher an der eigenen Person sind.

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