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Performance beim Kennenlernen - Nutzen und Schaden? Wie viel ist zu viel?


La****

Empfohlener Beitrag

Ich kann nur durch mein Wesen überzeugen. Come as you are. Ein gemeinsames Thema finden, über das man reden kann ist schon etwas besonderes im eintönigen und einsilbigen Blätterwald.

Das man sich beim Dating von seimer besten Seite zeigt ist normal. Dazu zählt dann wahrscheinlich auch, dass man irgendwo performt. Persönlich gesagt performe ich auch gerade im BDSM Kontext als Domme ein ganzes Stück weit, aber das heißt nicht dass hinter ihr nicht meine aufrichtige Lust auf Befriefigung liegt. Ich verstehe unter Performance, dass ich mein Bestes abliefere. Mich von meiner Schokoladenseite zeige. Mich öffne, ohne den anderen zu überschwemmen. Mir Mühe gebe, auch für den anderen. Es geht für mich nicht darum, sich zu 'verstellen' oder gar den anderen zu täuschen. Die Performance stellt für mich die Creme de la Creme, die ich grade zu bieten habe, dar - nicht eine andere Persönlichkeit, die ich mir über stülpe und mit der ich mein Gegenüber dahin manipulieren kann, mich zu mögen. Es ist eine Kunst sich von seiner besten Seite zu zeigen, gleichzeitig vulnerabel zu sagen 'hey, ich bin super nervös weil ich dich toll finde' und seine eigenen Quirks durchscheinen zu lassen. Und vor allem auch: Nicht nur auf die eigene Performance zu achten, sondern auch auf die des anderen. Ist da ein Bauchgefühl? Fühle ich mich sicher? Connecten wir? Was sagt die Person? Passt es zwischen uns? Es gibt tausend Wege, man selbst zu sein und weil wir komplexe Wesen sind, die auch tausend unangenehme Eigenschaften haben, empfehle ich sogar warm, sich eine gewisse Mühe zu geben, zu performen. Das schmälert in meinen Augen nicht den Zauber einer authentischen Begegnung. Schönes Wochenende!

Performance klingt bisschen so als wolle man ne Show/Wettkampf gewinnen 😅
Ich mag es eher bei mir und anderen, wenn man einen guten Eindruck hinterlassen kann. Sich Mühe zu geben und das die andere Person auch wissen zu lassen. Aus Respekt bzw Wertschätzung.
Seien es Basics wie Körperpflege, ordentliches Outfit oder auch andere Dinge wie Wahl ein Orts/Tätigkeit oder sonstige Vorbereitungen und Entgegenkommen.
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Ich glaube es ist irgendwo etwas Ur-menschliches, dass man mehr Leistung bring, wenn man von anderen beobachtet wird. Deswegen find es voll normal nen guten Eindruck hinterlassen zu wollen. Aber aus Erfahrung ist das normal, dass die ersten Treffen etwas aufregender/stressiger oder auch "performativer" sind, als das 100 oder 1000ste.
Bin glaube ich insgesamt eher Team-pragmatisch und authentisch ;)

Aus Perspektive des männlichen subs: Eine Performance der Femdom erwarte ich nicht.
Die bloße Antwort auf ein Anschreiben ist da Performance genug. Ja, es gab schon Kontakte, wo dann beide Seiten festgestellt haben: „Es passt nicht.“
Das war dann aber eben genau das. Hätte das mit anderer Performance noch zu einem Treffen geführt? Vielleicht. Hätte aber trotzdem nicht auf Dauer funktioniert.

Aus Sicht des Anschreibenden: Natürlich mache ich mir sehr viele Gedanken. Welche Bilder sind gut für das Profil? Wie schreibe ich die erste Nachricht? Wann schreibe ich die erste Nachricht, um überhaupt wahrgenommen zu werden?
(Bin bei dem Versuch der Wahrnehmung auch schon übereifrig gewesen- Sorry dafür)
Wenn erst einmal ein Kontakt da ist, besteht weniger Druck für eine perfekte Performance.
Dann muss doch die Person überzeugen und es passt oder eben nicht.
Natürlich werde ich, falls es zu einem Treffen kommt, Wert auf mein Outfit und Verhalten legen. Aber auch nicht mehr, als ich später als sub auch investieren kann. Ich möchte ja als sub in der Beziehung stetig wachsen und mich verbessern. Nicht nach dem ersten Treffen stetig abbauen.

Von daher: Für den Erstkontakt ist Performance wichtig, danach muss die Persönlichkeit überzeugen.

Und dazu: Eine Person, die ich mit einer Performance blenden kann, ist für mich nicht interessant. Da spielt dann jeder seine Rolle, aber es fehlt die wirkliche Verbindung, die Leidenschaft.

Die Frage ist doch: Was ist Performance?

Spiele ich eine Rolle, um möglichst meinem Gegenüber zu gefallen? Das wird nicht ewig funktionieren.

Oder zeige ich mich, wie @misanthropicalisland schrieb, von meiner „Schokoladenseite“.
Achte etwas mehr auf mein Äußeres? Auf meine Wortwahl? Mein Verhalten?
Das ist dann eben auch ein Mittel, um meinem Gegenüber zu zeigen, dass mir die Begegnung wichtig ist.
Das ich bereit bin, zu investieren.
Dass mein Gegenüber es wert ist.

BlackownsPurple

Für uns entscheidet der Mensch, nicht die Performance. Natürliche Offenheit, Authentizität, kein aufgesetztes "zweites Ich", ein aussagekräftiges profil mit Gesichtsfoto sind Dinge die wirken und überzeugen können. Alles muss zusammenpassen und dem Menschen entsprechen der dahintersteckt.

Ich bin ich. Das sieht man im Profil schon.
Wenn das meinem Gegenüber nicht passt, kommt man nicht auf eine Wellenlänge.

Was nützt das ewige verstellen, anpreisen usw. Lieber grade raus, als sich zu verbiegen. Lieber kein Match als 10 schlechte.

Vor 19 Minuten , schrieb Bösewichtin:

@LadyViolet_ Uff, das klingt hart nach Datemaxxing (gibts bestimmt schon auf TikTok 🙄

Ich glaube, zwischen den TikTok-Trends gibt es da auch einen gesunden Mittelweg.

Einiges wird ja immer hier im Forum genannt, was für mich noch kein Maxxing ist.
Also z. B. ein Profilfoto, ein authentischer Text, eine erste Nachricht, in der man auf den Gegenüber eingeht.
Das ist ja noch kein Maxxing. (Hoffe ich).

vor einer Stunde, schrieb Sunstone_1983:

 

Ich glaube, zwischen den TikTok-Trends gibt es da auch einen gesunden Mittelweg.

Einiges wird ja immer hier im Forum genannt, was für mich noch kein Maxxing ist.
Also z. B. ein Profilfoto, ein authentischer Text, eine erste Nachricht, in der man auf den Gegenüber eingeht.
Das ist ja noch kein Maxxing. (Hoffe ich).
 

Kommt drauf an. Ich bin langsam so von meinem Profil gelangweilt, weil ich jeden Tag erzählt bekomme, was da drin steht, so als würde es dafür Fleißsternchen geben. Ich glaube wenn man im Forum aktiv ist, bekommt man da mehr mit von den aktiven Usern und könnte bessere Themen finden.

@LadyViolet_ Auch irgendwie verständlich.
Immerhin wird das Profil gelesen.

Aber die wenigsten Nutzer/innen sind im Forum aktiv.
Klar könnte man damit noch individueller anschreiben und jemanden besser kennen lernen, aber hier sind gefühlt ja nur ca. 50 Nutzer/innen aktiv.
Man liest ja doch immer wieder die gleichen Personen hier.

Ich habe aber auch Hemmungen, jemanden im Sinne eines Dates anzuschreiben, mit dem ich mich im Forum gut austausche.
Ich habe Angst, da einen guten Austausch durch kaputt zu machen.

Was sind wir denn anderes als das, was wir tun/performen? Die ganzen Einheitsprofile mit Gym/Fahrstuhlselfie sind halt nicht so kompliziert gestrickt. Riesenteil der Profile und Kontaktanbahnungsversuche sind sehr ungeschickt. Die Tips diesbezüglich im Forum, was man tun könnte, um besser zu performen...Sind eigentlich Tips, an sich zu arbeiten, sich in andere hineinzufühlen, Selbstbewusstsein und sich selbst zu entdecken. Ob die das dann tun, keine Ahnung.
Aber - in den Augen der Welt sind wir unsere Performance.

Ich finde das Thema ziemlich spannend, fühle mich aber von dem OP etwas erschlagen. 😅

Und da musste ich gerade an einen älteren News-Artikel denken, dessen Überschrift in etwa ‘Können uns nur noch die Low Performer retten?‘ lautete. Den Gedanken fand ich damals schon interessant – und irgendwie passt er für mich auch hier ganz gut.

Am Ende muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er ‚performen‘ möchte. Und vielleicht auch, wodurch man für andere überhaupt sichtbar werden will: durch eine möglichst überzeugende Performance – oder durch andere Dinge, die möglicherweise weniger perfekt, dafür aber näher an der eigenen Person sind.

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