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ADHS als Sub – wie geht ihr damit in eurer D/s-Dynamik um?


Sarah_74656

Empfohlener Beitrag

Hey Robin, das sind jetzt aber nicht so die Antworten auf die Fragen die ich in den Raum gestellt habe ;)

Belohnung sind in der Hinsicht sexuller Natur und liegen das Situationsbedingt in den einzelnen Session, kann über würgen oder Spanking gehen je nach verlangen der Sub.
Die Belohnungen im Sinne ist eher das in dieser Session sie schneller und gezielter auf ihre Kosten kommt.

Ich hab beides AD(H)S und Autismus, deshalb ist es für mich manchmal schwer zu unterscheiden, was von dem einen und was von dem anderen kommt. Zum Teil gleicht es Effekte aus oder verschlimmert sie.

In Sessions brauche ich Aktion. Es muss durchgehend was passieren. So geil ich die Vorstellung finde, längere Zeit irgendwo fixiert und unbeachtet zu sein, es geht für mich nicht. Das ist wie bei einem Auto, wo bei eingelegtem Gang und fest angezogener Bremse, Vollgas gegeben wird. Da brenne/drehe ich durch. Inaktivität halte ich nicht lange aus. Aber gleichzeitig darf ich nicht in eine sensorische Überlastung rutschen. Alles nicht so einfach.

Mein Partner liebt mich und will mich gar nicht umerziehen oder mich zwingen gegen meine Natur zu leben. Ein System mit Bestrafung im DS funktioniert für mich aus verschiedenen Gründen sowieso nicht und deshalb haben wir das nicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass es helfen kann, Dringlichkeit aufzubauen und damit die Priorität einer Aufgabe nach oben zu schieben. Aber immer daran denken, dass ADHS ein Energieproblem ist und diese nicht unbegrenzt ist. Es muss dann also etwas anderes liegen bleiben, wenn Spielerein priorisiert werden. Letztlich muss man sich fragen, ob es auf Dauer gut gehen kann, mit Strafen gegen das ADHS und damit gegen die Art, wie man eben ist und funktioniert, zu arbeiten. Ich vermute, in einer Welt, die eh schon nicht für ADHS gemacht ist, treibt das langfristig eher in einen Burnout.

Regeln und Rituale können mir im Alltag helfen, weil das den Autismus anspricht und dieser dann das AD(H)S ausgleicht. Für Alltagsaufgaben machen wir öfter auch Bodydoubling. 

 

Ich würde sagen, dass ADHS nicht ausschließt, BDSM zu betreiben, aber wie man damit umgeht, ist individuell, weil da auch jeder anders ist und andere Sachen funktionieren. Wenn man einen Hyperfokus auf BDSM hat, geht wahrscheinlich alles. Wenn der Hyperfokus auf was anderes weiter wandert, müssen andere Strategien entwickelt werden, genau wie im restlichen Leben. Und manchmal gehen Sachen für einen halt auch einfach nicht. Da muss man sich dann nicht dazu zwingen, nur weil andere das im BDSM "doch auch hinbekommen".

Am 20.8.2026 at 13:40, schrieb Igel:

Ah ja, also sub an die Aufgabe direkt festbinden. Super Idee!

@Igel aber auch @Sarah_74656 und @all.

Mir hilft es weit mehr, zu akzeptieren, dass ich bei einer Aufgabe nicht durchgehend bleiben kann. Es kommt für mich nicht mehr darauf an, etwas im Haushalt fertig zu bekommen, sondern etwas im Haushalt zu machen. Das ist die Wäsche eben erst mal nur halb abgenommen, der Geschirrspüler erst mal nur halb ausgeräumt oder oder oder... Es ist selten ein Problem, Hauptsache die Aufgabe ist angefangen. Es ist dann eine kleinere Aufgabe, die zurück bleibt und das ist leichter zuende zu bringen. Die Energie, die es zum Anfangen braucht, ist das Problem. Und das verschlimmert sich für mich nur, wenn ich weiß, ich muss das fertig bekommen, wenn ich anfange. Etwas nur eine gewisse Zeit lang zu machen oder nur so lange, wie es geht, hilft mir zu starten. Da helfen tatsächlich auch Timer.

(bearbeitet)
vor 11 Stunden, schrieb Teaspoon:

@Igel aber auch @Sarah_74656 und @all.

Mir hilft es weit mehr, zu akzeptieren, dass ich bei einer Aufgabe nicht durchgehend bleiben kann. Es kommt für mich nicht mehr darauf an, etwas im Haushalt fertig zu bekommen, sondern etwas im Haushalt zu machen. Das ist die Wäsche eben erst mal nur halb abgenommen, der Geschirrspüler erst mal nur halb ausgeräumt oder oder oder... Es ist selten ein Problem, Hauptsache die Aufgabe ist angefangen. Es ist dann eine kleinere Aufgabe, die zurück bleibt und das ist leichter zuende zu bringen. Die Energie, die es zum Anfangen braucht, ist das Problem. Und das verschlimmert sich für mich nur, wenn ich weiß, ich muss das fertig bekommen, wenn ich anfange. Etwas nur eine gewisse Zeit lang zu machen oder nur so lange, wie es geht, hilft mir zu starten. Da helfen tatsächlich auch Timer.

Das erinnert mich an eine Methode, die ich im Kontext »systemische Beratung« gelernt habe: nennt sich »paradoxe Intervention«. 

Beispiel: in einer Paarberatung finden es beide schade, dass sie immer wieder in unpassenden Momenten anfangen zu streiten. Da wäre dann die Hausaufgabe, bis zum nächsten Treffen immer wieder mittwochs von 18 bis 19:30 Uhr zu streiten, um die anderen Zeiten von Streitereien zu entlasten (besonders die unpassenden). Bas wäre so eine paradoxe Intervention. Bei solchen Aufgaben kommen tatsächlich die tollsten Ergebnisse raus!

Für Dich @Teaspoon mit Deiner Spülmaschine wäre dann eine solche Aufgabe: zähle zunächst die Geschirrteile und räume dann genau die Hälfte davon (oder 2/5 - mit Taschenrechner) aus, nicht mehr und nicht weniger. Würde ich ja gerne mit Dir ausprobieren, vielleicht hat ja @Leondriel Lust dazu? 

bearbeitet von Igel
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