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Crossdresser: Befriedigung, Wohlfühlen oder Identitätsproblem


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Hi,

ich habe oft Zweifel an mir. Ich betreibe Crossdressing.  Es gibt oft Tage wo ich darin sexuelle Befriedigung finde.

Gleichzeitig fühle ich mich in der Kleidung der Frauenwelt richtig wohl.

Fühle mich geschminkt und in Schale geworfen bedeutend attraktiver, als ich mich als Mann je fühlen kann.

Weiter kommt hinzu, dass sich Marina anders verhält, anders spricht und ganz andere Probleme hat als mein eigentliches Ich.

Es besteht aber nicht der Wunsch mein eigentliches Leben / ich aufzugeben.

Ich habe oft Kopfzerbrechen und vorallem, ich verstehe mich einfach nicht.

Mich würde es interessieren ob es jemanden gibt der das ähnlich fühlt, oder der mir das erklären kann, oder ob es bei euch ganz anders ist?

Geschrieben
Ich kenne das auch, ich versuche beides klar zu trennen, ich bin gern Mann.. aber als Frau bin ich auch anders drauf, ich finde das es normal ist wenn man so fühlt und sich so gibt.
Geschrieben

Ja, ist wie ein Schalter der umgelegt wird. Fetisch,  auf die Knie als was gewünscht,  oder Leben.... Mann mit Beruf und Familie. 

Geschrieben

Erstmal vielen Dank für die lieben Antworten. Da ich schon psychisch erkrankt bin, bin ich auch in Behandlung... Naja jedenfalls erstmal Medikamente. Auf eine Therapie warte ich noch.

Geschrieben

Und wie seht ihr es? Kann man das irgendwie in Einklang bringen das ich es genauso sexuell reizvoll finde mich als Frau herzurichten und gleichzeitig es genieße Marina zu sein und somit mein anderes ich darzustellen.

Ich weis das liest sich verwirrend... Aber bei mir steht auf einer Seite der Fetisch, und auf der anderen Seite das angenehme Gefühl eine andere Person zu sein.

Hoffe ihr versteht was ich ausdrücken will. Sonst muss ich es mit Beispielen deutlicher ausdrücken.

 

Geschrieben
Ich schließe mich der Meinung an, dass du dir einen Termin bei einem Profi machen solltest. Aber vielen Menschen geht es mit weit kleineren "Problemchen" ähnlich. Ich hatte lange Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass ich ein recht weit ausgeprägten Hang zu Leder, Lack und Latex habe.
Geschrieben

@MarinaCD92 Als ich vor ca. 20 Jahren meine Vorliebe für die Damenbekleidung gefunden hatte, kamen in mir auch erste Zweifel, ob ich noch ein echter Mann bin oder ob ich lieber eine Frau sein möchte.

Letztendlich stellte es sich heraus, dass ich einfach nur eine sehr starke Vorliebe für diese hübsche, angenehme und bequeme Wäsche sowie die Kleidungsstücke, welche durch unsere Gesellschaft dem Mann vorenthalten werden habe.
Die Stoffe und Materialmixe in der Damenmode sind deutlich vielseitiger und hautschmeichelnder als das, was den Herren angeboten wird.

Ein schickes Kleid ist einfach ein unvergleichbares Gefühl, da es nichts dergleichen für Männer gibt.
Nein, ein ähnliches Oberteil mit einem ähnlichen Rock ist meiner Meinung nach nicht das Gleiche.

Selbst wenn ich sexy Dessous, ein langes Kleid, halterlose Strümpfe, High Heels, Perücke sowie künstliche Brüste und BH trage, bleibe ich in meinem Inneren weiterhin ein Mann, der nur auf Frauen steht.

Gerne würde ich das auch mal in Form eines GenderPlay praktizieren, dann wäre ich aber eindeutig eine lesbische Frau, da ich mich auch dann nur zu den Frauen hingezogen fühle.

Fazit:
Ich bin ein Mann, der zu seinem biologischen Geschlecht steht und sich nur zu den Frauen hingezogen fühlt.
Ich trage sehr gerne Damenunterwäsche, weil sie einfach viel angenehmer und schöner ist. Da es Unterwäsche ist, die keiner zu Gesicht bekommt, trage ich sie auch im Alltag und auf der Arbeit.
Ich trage sehr gerne lange Kleider, jedoch bisher nur zuhause, wo mich ausser meiner Familie niemand sieht.

Durch das Crossdressing brauchte ich also nichts aufgeben, sondern es hat mein Leben sogar noch bereichert.

Geschrieben
Ich habe das gleiche, wenn ich mich "fertig mache", also im cosplay, Kimono, Uniform auf Arbeit oder einfach im Kleid (ist für mich tatsächlich auch ne Art verkleiden).
Ich fühle mich dann ganz anders, benehmen mich anders und "bin" ein anderer Mensch.
.
Das ist, wie ich finde, etwas völlig Natürliches.
Und trotzdem habe ich kein Bedürfnis, die Rolle dauerhaft einzunehmen. Es ist in gewisser Weise eine "Auszeit", ein Urlaub vom "ich sein", wie es viele LARPer und p&p spieler auch haben.
.
Ich finde das überhaupt nicht schlimm, sondern vollkommen natürlich.
.
Wenn dich das allerdings belastet, würde ich uu. Mal professionelle Gespräche in Erwägung ziehen.
LG, Sue
Geschrieben
Reicht es denn crossdressern schon durch die Kleidung sexuelle befriedung zu finden oder soll es dabei auch auf einen Flirt und sexuelle Handlungen angelegt werden?
Geschrieben
Ich bin da mal ganz pragmatisch und reduziere das ganze auf das alte Sprichwort 'Kleider machen Leute' - Kleidung hat nicht nur Einfluss auf die Umgebung, sondern meist auch auf die Person die sie trägt. Gibt natürlich auch Ausnahmen....
Geschrieben
vor 9 Stunden, schrieb stuttgart449:

Reicht es denn crossdressern schon

Die Crossdresser-Szene ist viel zu verschieden, als dass man da eine allgemeingültige Aussage zu treffen könnte.

Es gibt CD, denen geht es ausschließlich um das Tragen dieser Wäsche/Kleidung. Sie fühlen sich weiter ganz normal als Mann und suchen in ihrem Tun auch keine sexuelle Befriedigung.

Es gibt CD, die machen das, weil es ihr Fetisch ist. Sie tragen diese Sachen also, um eine sexuelle Befriedigung zu erlangen.

Es gibt CD, die machen das, um für eine bestimmte Zeit als Frau zu leben. (Streng genommen ist das dann schon GenderPlay.)

Es gibt CD, die machen das, um ein Sex-Date zu arrangieren.

Geschrieben
Am 16.3.2023 at 11:00, schrieb MarinaCD92:

Hi,

ich habe oft Zweifel an mir. Ich betreibe Crossdressing.  Es gibt oft Tage wo ich darin sexuelle Befriedigung finde.

Gleichzeitig fühle ich mich in der Kleidung der Frauenwelt richtig wohl.

Fühle mich geschminkt und in Schale geworfen bedeutend attraktiver, als ich mich als Mann je fühlen kann.

Weiter kommt hinzu, dass sich Marina anders verhält, anders spricht und ganz andere Probleme hat als mein eigentliches Ich.

Es besteht aber nicht der Wunsch mein eigentliches Leben / ich aufzugeben.

Ich habe oft Kopfzerbrechen und vorallem, ich verstehe mich einfach nicht.

Mich würde es interessieren ob es jemanden gibt der das ähnlich fühlt, oder der mir das erklären kann, oder ob es bei euch ganz anders ist?

Ich denke, dir könnte es helfen, genauer zu ergründen, weshalb du Crossdressing betreibst und woher deine Zweifel kommen. Allerdings solltest du dabei nicht der Versuchung erliegen die Fehler bei dir zu suchen, denn Geschlecht wurde und wird in unserer Gesellschaft leider ziemlich stark nur auf die Anatomie und die Präsentation bezogen. Dass jedoch auch ein großer Teil der Ausbildung der Geschlechtsidentität im Kopf passiert, wird dabei oft vernachlässigt. Und genau an der Stelle setzt der Gedanke der Geschlechterdiversität an.

Bis vor nicht allzulanger Zeit wurde das Thema eher pathologisch angegangen und zu einer "psychischen Störung" erklärt. Spannenderweise hat man auch dabei schon unterschieden zwischen Menschen, die eine weitestgehende - teilweise irreversiblen - Anpassung an das Bild vom eigenen Geschlecht benötigen, um mit ihrer Geschlechtsidentität in Einklang zu leben (sogenannte Transsexualität) und Menschen, die einen Genderchange zeitweise umsetzen und damit zufrieden sind (sogenannter Transvestitismus). Als dritte Unterscheidung, die allerdings bei oberflächlicher Betrachtung mit dem Transvestitismus vermischt wird, gab es den fetischistischen Transvestitismus. Dieser war allerdings rein sexueller Natur und tendenziell mit dem Bedürfnis verbunden, das Crossdressing zu beenden, wenn der Orgasmus erreicht wurde. Was du davon für dich als am passendsten empfindest, kannst du nur selbst ergründen. So wie ich dein Profil und deinen Beitrag verstehe, wärst du vielleicht zum Transvestit erklärt worden. Aber wie gesagt, diese Klassifizierung ist veraltet und geht von einer binär-geschlechtlichen Grundannahme (es gibt Mann und Frau) aus.

Zurück zur Geschlechterdiversität: Den meisten Menschen ist also klar, dass es Mann und Frau gibt. Irgendwo hat man auch mal aufgeschnappt, dass es auch noch andere Geschlechter gibt. Da hört man mal von Menschen mit nicht eindeutiger Anatomie, oder Menschen, die ihr Geschlecht ändern wollen. Die einen sind halt ein "drittes Geschlecht" das auch als intersexuell bezeichnet wird (wobei es eher diverse "dritte Geschlechter" gibt, da es verschiedene Variationen in der Geschlechteranatomie gibt) und die anderen sind transsexuell und wollen vom Mann zur Frau oder von einer Frau zum Mann werden.

Und dann gibt es noch eine ganze Reihe ominöser Geschlechtsbezeichnungen: Trans*/Transfrau/Transmann/Nicht-Binär/Nonbinary/enby/... . Herzlichen Glückwunsch spätestens hier fangen die meisten cis-geschlechtlichen Menschen an auszusteigen. Meine Empfehlung: Nimm die Suchmaschine deiner Wahl und füttere sie mit ein paar der genannten Begriffe. Nimm dir Zeit, lies dich ein und finde das Wort das zu deinem Gefühl am besten passt.

Geschrieben
vor 12 Stunden, schrieb paulaenby:

Ich denke, dir könnte es helfen, genauer zu ergründen, weshalb du Crossdressing betreibst und woher deine Zweifel kommen. Allerdings solltest du dabei nicht der Versuchung erliegen die Fehler bei dir zu suchen, denn Geschlecht wurde und wird in unserer Gesellschaft leider ziemlich stark nur auf die Anatomie und die Präsentation bezogen. Dass jedoch auch ein großer Teil der Ausbildung der Geschlechtsidentität im Kopf passiert, wird dabei oft vernachlässigt. Und genau an der Stelle setzt der Gedanke der Geschlechterdiversität an.

Bis vor nicht allzulanger Zeit wurde das Thema eher pathologisch angegangen und zu einer "psychischen Störung" erklärt. Spannenderweise hat man auch dabei schon unterschieden zwischen Menschen, die eine weitestgehende - teilweise irreversiblen - Anpassung an das Bild vom eigenen Geschlecht benötigen, um mit ihrer Geschlechtsidentität in Einklang zu leben (sogenannte Transsexualität) und Menschen, die einen Genderchange zeitweise umsetzen und damit zufrieden sind (sogenannter Transvestitismus). Als dritte Unterscheidung, die allerdings bei oberflächlicher Betrachtung mit dem Transvestitismus vermischt wird, gab es den fetischistischen Transvestitismus. Dieser war allerdings rein sexueller Natur und tendenziell mit dem Bedürfnis verbunden, das Crossdressing zu beenden, wenn der Orgasmus erreicht wurde. Was du davon für dich als am passendsten empfindest, kannst du nur selbst ergründen. So wie ich dein Profil und deinen Beitrag verstehe, wärst du vielleicht zum Transvestit erklärt worden. Aber wie gesagt, diese Klassifizierung ist veraltet und geht von einer binär-geschlechtlichen Grundannahme (es gibt Mann und Frau) aus.

Zurück zur Geschlechterdiversität: Den meisten Menschen ist also klar, dass es Mann und Frau gibt. Irgendwo hat man auch mal aufgeschnappt, dass es auch noch andere Geschlechter gibt. Da hört man mal von Menschen mit nicht eindeutiger Anatomie, oder Menschen, die ihr Geschlecht ändern wollen. Die einen sind halt ein "drittes Geschlecht" das auch als intersexuell bezeichnet wird (wobei es eher diverse "dritte Geschlechter" gibt, da es verschiedene Variationen in der Geschlechteranatomie gibt) und die anderen sind transsexuell und wollen vom Mann zur Frau oder von einer Frau zum Mann werden.

Und dann gibt es noch eine ganze Reihe ominöser Geschlechtsbezeichnungen: Trans*/Transfrau/Transmann/Nicht-Binär/Nonbinary/enby/... . Herzlichen Glückwunsch spätestens hier fangen die meisten cis-geschlechtlichen Menschen an auszusteigen. Meine Empfehlung: Nimm die Suchmaschine deiner Wahl und füttere sie mit ein paar der genannten Begriffe. Nimm dir Zeit, lies dich ein und finde das Wort das zu deinem Gefühl am besten passt.

Also, erstmal vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. Nach der "alten" Klassifizierung würde ich mich irgendwo zwischen Transvestitismus und dem fetischistischen Transvestitismus einordnen. Meine Gründe möchte ich jetzt nicht so öffentlich erklären. Ich werde deinen Ratschlag befolgen und mich mit den anderen "neueren" Begriffen auseinandersetzen.

Geschrieben (bearbeitet)

Nur so ein Denkanstoss...

"Urlaub" von sich selbst, seinem Geschlecht, seinem Leben machen ? Realitätsflucht begeht jeder, bewusst oder unbewusst. Ob durch Bücher, Videospiele, Substanzen oder eben "Verkleiden". Wenn Bodo der Baggerfahrer am Wochenende den staubigen Blaumann durch einen gestrigelten Smoking tauscht und mit seiner Frau ins Theater fährt ist er auch ganz anders druff als von Montag bis Freitag aufm Bau...

Macht euch keine Probleme, wo keine sind ;-)

bearbeitet von AndersimNorden
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