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ADHS als Sub – wie geht ihr damit in eurer D/s-Dynamik um?


Sarah_74656

Empfohlener Beitrag

Wenn der Dominate Part dies weiß und ihr darüber gesprochen habt ...Dann wird wenn er es auch berücksichtigen ... mache dir wegen dieser Krankheit nicht all zu große sorgen !!!

Ich bin Dom und habe ADHS es ist tatsächlich so ein Ding das ich manchmal zu viel nachfrag anstatt einfach zu machen 😅 aber ich Check es dann meistens selber 🤣

Also du kennst das sicher das man jede Veränderung im Gesicht wahrnimmt und deshalb dann unsicher wird ob es wirklich nicht zu weit geht gerade , und dann frag ich halt oft zu viel nach anstatt zu machen 😅

Sehr interessantes Thema...mich beschäftigt momentan gerade das Thema, ob ein leichtes ADHS evtl. der Grund ist, warum sich eine D/s Dynamik so enttäuschend entwickelt hat. Kann also leider wenig beitragen, aber werde den Thread interessiert verfolgen :-)

vor einer Stunde, schrieb Zis:

Daneben hilft es die Sub-Person neben der Aufgabe anzubinden😉

Wie meinst Du das, was meinst Du damit? 

Vor 6 Minuten , schrieb Igel:

Wie meinst Du das, was meinst Du damit? 

Wenn mein Sub zum Beispiel unsere Wäsche zusammenlegt, clip ich ihn an dem Wäschekorb fest, wenn er sich zu leicht ablenken lässt. Er kann dann den Korb hinter sich herschleifen, wenn er sich dann auf zu neuen Abenteuern macht, aber wird die Aufgabe nicht vergessen.

vor 4 Minuten, schrieb Zis:

Wenn mein Sub zum Beispiel unsere Wäsche zusammenlegt, clip ich ihn an dem Wäschekorb fest, wenn er sich zu leicht ablenken lässt. Er kann dann den Korb hinter sich herschleifen, wenn er sich dann auf zu neuen Abenteuern macht, aber wird die Aufgabe nicht vergessen.

Ah ja, also sub an die Aufgabe direkt festbinden. Super Idee!

Danke für die Erklärung.

BlackownsPurple
(bearbeitet)
vor 17 Stunden, schrieb Sarah_74656:

Mich interessieren besonders Dinge wie:

Vergesslichkeit und Schwierigkeiten mit Routinen
Ablenkbarkeit und Probleme, länger bei einer Sache zu bleiben
Aufgaben anfangen, aber nicht oder erst sehr spät fertigstellen
Zeitmanagement und das berühmte „mache ich gleich…“
Motivation, wenn etwas gerade einfach nicht genug Reiz bietet
Schwierigkeiten mit Organisation und Prioritäten
teilweise sehr unterschiedliche Konzentration – von „gar nicht“ bis Hyperfokus

Wie baut ihr solche Dinge in eure Dynamik ein?

Gerade die Sicht der dominanten Seite würde mich interessieren: Wie geht ihr damit um, wenn etwas tatsächlich am ADHS scheitert und nicht einfach an fehlendem Willen oder mangelnder Bereitschaft?

Habt ihr bestimmte Regeln, Rituale, Erinnerungen, Belohnungssysteme oder andere Strukturen, die sich bewährt haben?

Und wo zieht ihr die Grenze zwischen „meine dominante Person hilft mir, Struktur zu schaffen“ und einer Situation, in der der dominante Part irgendwann nur noch hinter Sub herräumen oder ständig erinnern muss?

Mich interessieren weniger theoretische Erklärungen zu ADHS, sondern vor allem praktische Erfahrungen und Lösungsansätze innerhalb einer D/s-Dynamik.

Ich hatte über sieben Jahre eine Spielbeziehung mit einer Frau die extrem an ADHS litt. Für Sie war das extreme Machtgefälle zwischen uns vermutlich die einzige Möglichkeit überhaupt temporär abzuschalten und so etwas wie sexuelle und mentale Befriedigung zu bekommen.

Das Ganze bedeutete für mich meist viel Geduld und Nachsicht weil  ihr Zeitmanagement katastrophal und sie nie fertig war wenn ich zu ihr kam oder sie für eine Veranstaltung abholen wollte. Aber wir hatten eine CNC-Vereinbarung daghingehend, dass ich in diesen Situationen vollständig über sie verfügen konnte. Dementsprechend war in dem Moment in dem ich ihr gegenüber stand das Machtgefälle präsent und wir waren bereits in der Dynamik.
Ab diesem Moment war sie in der Regel wie ausgewechselt und hat einfach meine Anweisungen befolgt. Für eine Session bei Ihr hat das allemal gereicht.
Schwieriger war es wenn wir etwas auswärtiges vorhatten. Wenn sie Schwierigkeiten hatte, sofort in den Sub-Modus zu kommen, dann kam es auch manchmal vor, dass ich sie bestückt mit Kopfharness, Augenbinde und Knebel, Handfesseln, ungeschminkt und nackt, direkt aus dem Badezimmer und nur mit einem übergeworfenen Mantel zu einer Veranstaltung mitgenommen habe. 

Gängiges Ritual waren verbundene Augen und Knebel oder Vollmaske. Das hat sie nicht nur äusserlich ruhig gestellt, sondern auch innerlich zur Ruhe gebracht, ihre Aufmerksamkleit das Zuhören geschärft, und das Gedankenkarussell ausgebremst.
Meine Devise war "Einfach Tun", sie übernehmen, ihre Motivation und ihre Konzentration quasi erzwingen. Damit erlebten wir immer wieder wunderbare Stunden in denen sie völlig mit sich im Reinen sein und "fliegen" konnte. Meist war es dann so, dass sie anschliessend für Tage "geerdet" war.

Aber es war eine Spielbeziehung. Kein Alltagsstress, keine Dískussionen in diese Richtung und keine "Erziehungsversuche" in Richtung Struktur schaffen ausserhalb der Treffen und auch kein Hinterherräumen. Tatsächlich hat ihr diese Beziehung mit regelmässigen Treffen und diesen "Auszeiten" dabei geholfen, auch ihr Leben und ihren Alltag besser zu bewältigen, etwas mehr Eigenantrieb zu bekommen und zumindest in den Tagen nach den Treffen etwas mehr Struktur in ihren Vorhaben.

Gescheitert ist diese Spielbeziehung dann letztlich, weil sich meine Hauptbeziehung geändert hat und sie ein gewisses Anspruchsdenken entwickelt hat. Sie wollte mich ganz, und das hätte katastrophal geendet. Das hätte ich vermutlich nicht leisten können, wäre mir zu viel geworden, ich wäre ihr Co-Anhängiger geworden. 

 

LG, BoP (m)

 

bearbeitet von BlackownsPurple
Vor 53 Minuten , schrieb Chanice_Chris:


Bei uns funktioniert das tatsächlich ziemlich gut gerade weil wir ADHS nicht als Teil des „Spiels“ behandeln.

Die Frau/Sub mit ADHS bringt unglaublich viel Hingabe mit und hat ein sehr starkes Bedürfnis, zu gefallen und sich einzubringen. Gleichzeitig ist sie natürlich deutlich chaotischer, vergesslicher und leichter abzulenken. Das gehört bei ihr einfach dazu.

Der Dom/Mann ist sich dessen bewusst und geht deshalb anders damit um als vielleicht mit einer neurotypischen Sub. Wenn etwas vergessen oder verpeilt wird, steckt dahinter keine Böswilligkeit, kein mangelnder Respekt und auch kein bewusstes „Regelbrechen“. Es ist schlicht ein Teil ihrer ADHS und wird deshalb auch nicht automatisch als Fehlverhalten in die D/s-Dynamik eingebaut.

Darüber hinaus arbeiten wir sehr viel mit Belohnungssystemen. Gerade bei ADHS kann ein direktes positives Feedback einen zusätzlichen Motivationsschub geben. Wir nutzen das bewusst, damit regelmäßig kleine Erfolgserlebnisse und dieser gewünschte Dopamin-Kick entstehen. Dadurch steigt bei ihr auch die Bereitschaft bzw. der Wille, den Fokus zu halten und Aufgaben konsequenter durchzuziehen.

Für uns bedeutet Führung deshalb nicht, jeden Fehler zu bestrafen, sondern herauszufinden, wie man die Person am besten erreicht und motiviert.

Und genau diese Kombination funktioniert bei uns erstaunlich gut: viel Hingabe auf der einen Seite, Verständnis für die Besonderheiten von ADHS auf der anderen und ein Dom, der weiß, wann etwas zum Spiel gehört und wann einfach das Gehirn gerade seinen eigenen kleinen Abenteuerurlaub macht. 😄

Danke für deinen Einblick, kannst du mir für die Belohnungsysteme mal 1-2 konkrete Beispiele geben?

Es funktioniert indem man lernt wo liegen die Stärken und Schwächen des Menschen. Nicht jede AD(H)S oder andere psychisch/neurologischen Krankheit ist gleich bzw. jedem geht es anderes. Es ist abhängig von Tag zu Tag oder Stunde zu Stunde im Extremfall. Wie geht’s mir, wie fühle ich mich, wie extrem war das Leben um mich drumherum. Es ist somit wichtig zu akzeptieren das für einen Betroffenen sich schnell was ändern kann wie es einem geht und darauf muss man reagieren können. Negativ auf ein Ereignis zu reagieren fördert nur das Gegenteil.

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