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Femdom und Gothic


Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Mein Eindruck ist, dass unter den Gothics der Femdom Anteil deutlich größer ist als ingesamt. Habt ihr euch das auch beobachtet, und was glaubt ihr woran das liegt?

Geschrieben

Ich kenne einen switcher der goth ist und ich bin sub/Switcher/sad/brat/little girl und ein kleiner goth

Geschrieben

Die „schwarze Szene“ subsummiert eben u.A. die Gothic und BDSM-Szene. Dass sich hier überproportional Schnittmengen ergeben ist zu erwarten

Geschrieben

Das ist uns auch aufgefallen, aber das ist uns ein Rätsel. Gothic ist ein Lebensstil, Musik und Kultur, mehr auch nicht.
Warum SM und Gothic in einen Topf geworfen werden, können wir genauso wenig nachvollziehen, wie die Tatsache, daß Fetischismus und SM in einen Topf geworfen werden.
Wir sind Goth und Latexliebhaber ,haben aber mit SM-lern nix am Hut.

Geschrieben

keine Ahnung, kenne wenig Gothic, da ich berufl. eher immer Anzug auftreten musste und wurde da wohl eher als Spiesser eingeordnet, obwohl das nicht passt. Und schon daran sieht man Optik sagt nicht unbedingt was über den Menschen aus auch wenn Gothic nicht nur Optik ist.

Geschrieben

Für mich war Gothic immer Ausdruck einer bestimmten Ästhetik. Und genau die selbe Ästhetik sehe ich für mich auch im BDSM. 

 

Ob deswegen in der Gruppe der Goth der Anteil der FemDoms größer ist, als im Durchschnitt bliebe aber wohl noch zu untersuchen. 

Geschrieben (bearbeitet)

Ich halte das primär auch für ein subjektive und eventuell von unbewusstem Wunschdenken geleitete Wahrnehmung.

Nichtsdestotrotz liegt darin sicher ein wahrer Kern. Ich vermute, dass gerade junge Menschen die nach der Kindheit in der Realität einer ungefilternten Welt der Erwachsenen ankommen, emotional schon mitgenommen werden können. Der sogenannte "Weltschmerz" ist in diesem Alter auch nicht ungefährlich. Mein Eindurck ist, dass dies eher die sensibleren Menschen trifft. Deshalb liegt für mich die Vermutung nahe, dass sie eine gewisse Affinität zur "Dunklen Szene" und ihrer meist feinsinnigen Ästhetik mitbringen. Wer sich ohnehin in einem existenziellen Modus befindet, der wird sich wohl kaum mit Schlager über Wasser halten - vor allem wenn man emotional intelligent genug ist, um zu begreifen, was für ein verlogenes, dummes "großes Geschäft" dies ist. Da gehört eben auch äußerlich sichtbare Abgrenzung nicht nur zu einer Art Protesthaltung, sondern ist auch Teil einer globaleren Überlebensstrategie. Sie signalisieren so auch den Leuten, von denen sie genervt sind "quatsch mich nicht voll!". Und da sensiblere Menschen mit viel mehr Eindrücken/Inputs klarkommen müssen, welche andere gar nicht wahrnehmen oder es ihnen einfach scheißegal ist - was echt eine Herausforderung für sich darstellt - kann ich das bis ins Sexualisierte angestaute Bedürfnis nach Eindeutigkeit, Kontrolle/Kontrollverlust sehr gut nachvollziehen. Und manche entdecken halt "ihr Ding" recht früh und bleiben auch dabei. Diejenigen die sich davon wegentwickelt haben, werden aber immer einen positiven Bezug zu dieser Ästhetik, bzw. Lebenswelt haben - egal wie scheiße es ihnen damals auch ging.

Und sensible Menschen mit psycho-sozialen Herausforderungen werden sich auch eher in der "Dunklen Szene" wiederfinden, als z. B. beim Schlager. Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass alle Goths so sind! Es bedeutet nur, dass man sie eher in dieser Szene finden wird. Hat ja auch sein Gutes: Mit Oberflächlichkeiten muss man sich dann nicht abgeben. Und wo macht man sich denn schon nackter als bis auf die Haut außer beim BDSM?

Soweit mein Herleitungsversuch.

Liebe Grüße,

Neo!

P. s.: Liebe Schlagerfreund*Innen, dass war nicht abwertend euch gegenüber gemeint - die Musikindustrie ist nun mal ein schmutziges Geschäft und der Schlager ist hat voll durchkomerzialisiert! Ich wollte durch die Gegenüberstellung und Überspitzung nur einen deutlichen Kontrast herstellen, um die Message zu verdeutlichen.

bearbeitet von NeoMind
Geschrieben

Gewisse Affinitäten sind zweifellos vorhanden, obwohl es in der Tat keinen irgendwie zwingenden Link zwischen Gothic und BDSM gibt. Ich persönlich habe mit der Gothic-Szene früher viel zu tun gehabt, heute nur noch wenig. Eine gewisse Tendenz zu "schwarzer" Musik, aber auch zu Formen dunkler Romantik ist aber immer noch vorhanden ;) Und da Femdom für mich auch sehr viel mit dunkler Romantik zu tun hat, gibt es hier für mich ganz subjektiv Berührungspunkte. Das sagt aber - gesetzt den Fall, man könnte das verallgemeiner - weniger etwas über die Existenz dominanter Frauen in der Gothic-Szene als über die submissiver Männer aus...

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