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Sinnlicher-Gentleman

Neu und Verzweifelt

Empfohlener Beitrag

Vassago
Geschrieben

Neben dem körperlichen Aspekt, den mein Vorschreiber exzellent beschrieben hat, möchte ich noch die psychische Komponente erwähnen.

In deinem "Stadium" empfehle ich zwei Leitsätze: Das amerikanische "Fake it till you make it" und "Die erogenste Zone einer Frau ist zwischen ihren Ohren". Niemand hat Lust, seine Zeit mit einem absoluten Anfänger herumzuschlagen. Aber jemand der offenkundig schon ein wenig Erfahrung hat, zu wissen scheint, welche Knöpfe er drücken muss, nun, das kann ein Versuch wert sein. In unserem Fall ist Führung auch immer Ver-Führung, also spiel das Spiel und lass den Wolf hinter dem Gentleman hervorblitzen. Lange genug, um sie neugierig zu machen. Kurz genug, damit sie mehr will. 

 

Geschrieben

Irgendwann fängt jeder mal an...

Niemand wird als "Dom" geboren.

 

Ohne jetzt weiter auf dein anderes Problem eingehen zu wollen ...okay...d.h. in Kürze würde ich dir tatsächlich mal ne Packung Potenzpillen empfehlen. Lass dich vom Arzt beraten und dir welche verschreiben. Damit löst sich dann so ein Problem meist von allein. (Meine es ernst: probiere es aus!)

 

Aber...was ich ja eigentlich schreiben wollte:

Jeder fängt mit BDSM irgendwann mal an.

Am sinnvollsten und auch am erfüllendsten mit einer Partnerin, die dich liebt und die auch du liebst.

Es gibt viele Möglichkeiten, Frauen kennenzulernen, die BDSM-affin sind.

Dies erspart dir dann das Risiko, auf Unverständnis zu stoßen, weil sie damit dann eventuell nichts anfangen kann.

Ich würde z.B. keine neue Partnerschaft ohne BDSM mehr eingehen wollen - insofern ist es ein für mich wichtiges Kriterium bei der Partnerwahl.

 

Eine reine Spielbeziehung...nun ja...wäre nicht so meins...und in deinem Fall, so ohne jegliche Erfahrung...ist das dann auch schon schwieriger.

 

Dritte Möglichkeit: du suchst dir ein Dom/Sub Paar, die einen Mitspieler suchen. Wenn der Dom gut und erfahren ist, wird er dir an seiner Sun "Unterricht" geben können. 

 

Greetz,

 

Der Rabe

Geschrieben
Meine Vorredner haben dir im BDSM-Bereich schon tolle Tipps gegeben, die du (wenn du absolut von deiner Lösung namens "Dom werden = Erektionsproblem in den Griff bekommen" überzeugt bist) definitiv beherzigen solltest. Ich bin kein Dom und kann dir daher in dem "Metier" keine Ratschläge geben, aber ich glaube deinem Text anzulesen, dass es dir EIGENTLICH wichtiger wäre, die Erektionsprobleme in den Griff zu bekommen, als dich im SM-Bereich weiter zu bilden. Ich habe deinen Text mehrmals gelesen und glaube (da du schon das "Gentleman" so betonst), dass du dir keinen Gefallen tust, deinem Sexleben mit SM und Fetisch noch mehr Disziplinen einzuverleiben, die dich unter Druck setzen im Sinne von: "Ist mein Griff beim Würgen in Ordnung?"/ "Hat ihr das gerade etwa zu sehr weh getan?" / "Oh Gott, welche Sub will einen Anfänger wie mich denn?" / "Ich muss mich beweisen, denn ich bin der Dom!" Der Psychologe hat es bestimmt sehr gut gemeint, als er dir in Form von BDSM "neue Sachen" empfohlen hat. Aber mir scheint, du willst jetzt um jeden Preis Dom sein - und betrachtest die Erreichung dessen als Allheilmittel. Hast du schon mal folgende Punkte in Betracht gezogen: Findest du deine Partnerin sexuell attraktiv? Seid ihr in einem Alltagstrott was Sex angeht? Hast du ihr schon mal DEINE EIGENEN tiefsten Phantasien erklärt und ausprobiert? Ich befürchte wirklich, du lädst dir selbst noch mehr Ballast auf, wenn du dir beim Sex nicht nur um deine Performance Sorgen machst, sondern ZUSÄTZLICH noch zur Einhaltung der Spielregeln zwischen Dom und Sub.
NeoMind
Geschrieben
Wow Guys, dass waren mal richtig gute Beiträge, touché! Anfügen möchte ich aber noch, dass viele solche Phasen mal erlebt haben. Ich auch! Und ja, dass beschäfftigt einen schon sehr. Irgendwann blockiert dann auch der Kopf, ich sage nur: "Verzweifelt". Wenn es schon so weit ist, dass man am verzweifeln ist, dann ist eine Psychotherapie wirklich das einzige, was langfristig helfen kann. Und ja, da muss man auch konsequent dran bleiben. Nehmen wir mal an, dass Kernproblem liegt nicht in der Hose, sondern im Kopf. Dann würdest Du ja immer auf Viagra angewiesen sein obwohl Du es in Wirklichkeit gar nicht brauchts. Spinnen wir das mal weiter. Irgendwann wirst Du denken, dass es ohne nicht mehr geht, oder? Wie gesagt, so eine Phase hatte ich sogar schon zwei mal. Und jedes mal wars nicht der Penis der streikte, sondern der Kopf der blockiert war. Ich bin da nur aus meinem kopftechnischen Hamsterrad wieder rausgekommen, weil ich mich von diesen ganzen Vorbelastungen befreien konnte. Ich habe diese ganze Schwere einfach durch einen Satz abschütteln können: "Lass uns einfach spielen!" Kein "Orgasmuszwang", keine Marathonnummern, einfach im Hier und Jetzt. Dies gelang mir immer mit festen Partnerinnen bei der unsere Liebe der Sicherheit gebende Rahmen war. Seltsamerweise hatte ich die zwei miesen Phasen auch mit festen Partnerinnen. Am Ende waren sie einfach wohl nicht die richtigen. Das ist jetzt glücklicherweise lange her und im nachhinein wäre es besser gewesen mir professionelle Hilfe gesucht zu haben. Daher auch meine Empfehlung: Mach nicht den selben Fehler und suche dir Hilfe - das ist keine Schande! Liebe Grüße, Neo!
sign
Geschrieben

Was hier schon geschrieben wurde ist gut und es freut mich ungemein wie konstruktiv...

 

Als kleine Ergänzung sei noch gesagt:

Dominant zu sein kann man nicht wirklich lernen, eine Person ist dominant oder eben nicht - das bezieht sich auf alle Lebensbereiche und nicht nur den Sex. Nicht jeder der es etwas heftiger bevorzugt  ist auch automatisch dominant, die Dominanz selbst ist nicht laut (brüllen, schreien), gewalttätig oder gar ungerecht. Dominanz wirkt aus sich selbst heraus, bedeutet aber auch Schutz des devoten Parts, Verständnis und Respekt...

Es ist ein Spiel mit freiwillig überlassener Macht und Hingabe, denn eine wahre Sub macht mit ihrer Hingabe und Demut das grösste Geschenk zu dem ein Mensch fähig ist -> sich selbst!

 

Spielarten und Form der Ausübung/Umsetzung sind die Gewürze die allem die passende Schärfe geben können ;)
... und hier findet sich was zusammen gehört irgendwann von alleine!

 

sign
Geschrieben
vor einer Stunde, schrieb Rabenhart:

Sorry...aber jetzt muss ich doch mal widersprechen. ^^

Dominanz ist nicht genetisch bedingt - und insofern von vielen anderen Faktoren abhängig. Zum Beispiel dem Selbstbewusstsein.

Und dieses kann man durchaus stärken - es ist wandelbar, zum Teil auch mit und durch die Erfahrungen, die wir machen.

Ein "ungeübter" Dom ist anfangs vielleicht etwas unsicher - das wäre völlig normal. Zu selbstsicher und von sich selbst überzeugt...wären, meines Erachtens nach, allenfalls "Dumm-Doms", die glauben, sie hätten es nicht nötig zu reflektieren.

Im Laufe der Zeit und mit den Erfahrungen steigern sich die Kenntnisse und die Empathie gegenüber der Sub.

Und damit das Selbstbewusstsein .

 

Insofern...IST Dominanz durchaus erlernbar.

Greetz,

Der Rabe

Ich habe nie gesagt das Dominanz genetisch bedingt ist...
Die Genetik hat ihren Einfluss, der Rest ist zu grossen Anteilen Prägung.
Selbstverständlich kann man dominantes Verhalten einstudieren und dann abrufen, allerdings wird es dann nie mehr als eine Rolle sein in die man schlüpft.

 

Cheers

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde, schrieb sign:

Ich habe nie gesagt das Dominanz genetisch bedingt ist...
Die Genetik hat ihren Einfluss, der Rest ist zu grossen Anteilen Prägung.
Selbstverständlich kann man dominantes Verhalten einstudieren und dann abrufen, allerdings wird es dann nie mehr als eine Rolle sein in die man schlüpft.

 

Cheers

Also...ich habe dir ja auch nicht unterstellt, behauptet zu haben, dass Dominanz genetisch bedingt wäre? 

ICH habe gesagt, dass es das nicht ist.

 

Du hast geschrieben, Dominanz könne man nicht erlernen - das wäre man...oder man wäre es eben nicht. 

Dominanzhierachien als evolutionstheoretische Grundform können wir Menschen ja nun wirklich mittlerweile außen vor lassen - insofern ist die These der genetisch beeinflussten Dominanz überholt.

 

Also schauen wir mal, was du mit der "Prägung" meinst?

Das soziale Umfeld? Die Erziehung? Die Ausbildung? Erworbene Erfahrungen? 

 

Dominantes Verhalten gibt es in allen sozialen Schichten und Gefügen.

Auch unterschiedliche Erziehungsmethoden oder eine akademische Ausbildung sind keine schlüssigen Faktoren für eine Prägung dominanten Verhaltens.

Da die Dominanzhierachien bei Primaten und auch beim Menschen, im Gegensatz zu vielen Tierarten, flexibel sind, stehen wir ständig in einer "Hackordnung" , in welcher wir durch Positionskämpfe auf- oder absteigen können.

Auf die kleinste Gruppe heruntergebrochen heißt das: du bist DANN der dominante, wenn dein Gegenüber sich dir unterwirft - dich als Führungsperson anerkennt.

Sub gibt dem Dom die Führung ab. 

Der Dom nimmt dadurch die Rolle des Führenden ein.

 

Dazu braucht es - genau genommen, weder Prägung noch Erfahrung.

Ich "muss" gar nicht "dominantes Verhalten" an den Tag legen, wenn mein Gegenüber meine Führungsposition akzeptiert und sich mir unterwirft.

 

Dazu müsste ich - rein theoretisch - noch nicht einmal wirklich dominant SEIN. 

 

Was ich DANN daraus mache...da kommen dann eben wieder andere Dinge ins Spiel.

Charaktermerkmale, Wesenszüge, Verantwortungsbewusstsein, Charisma, Erfahrung.

 

Und so einiges davon IST eben erlernbar, trainierbar, formbar, veränderlich...

Man(N) lernt sein ganzes Leben, jeden Tag dazu - so sollte es jedenfalls sein. 

 

Niemand wird als "Führender" geboren...

 

 

...man macht sich dazu.

 

 

Greetz,

 

Der Rabe

 

Nachtrag: gerade gestern erst musste ich hier herzlich lachen - als ich in einem anderen Thread von "Alphatier-Pheromonen" las. (Stammte nicht von dir)

Insofern...hier wird viel Unsinn geschrieben. ; ) 

Dass ich jetzt mit DIR diskutiere, ist also eher nur Zufall - nothing personal. 

bearbeitet von Rabenhart
Nachtrag
sign
Geschrieben
vor 8 Stunden, schrieb Rabenhart:

Nachtrag: gerade gestern erst musste ich hier herzlich lachen - als ich in einem anderen Thread von "Alphatier-Pheromonen" las. (Stammte nicht von dir)

Insofern...hier wird viel Unsinn geschrieben. ; ) 

Dass ich jetzt mit DIR diskutiere, ist also eher nur Zufall - nothing personal. 

Ich nehme das nicht als persönlichen Angriff - im Gegenteil, eine kontroverse Diskussion mit unterschiedlichen Aspekten ist gerne willkommen...

Danke

Geschrieben

Verhalten beeinflusst das Selbst. Das ist das Grundprinzip jedes Führungskräfteseminars, jedes Persönlichkeitstrainings und jeder Verhaltenstherapie. Wenn es nach Judith Butler geht, gibt es gar kein Selbst, sondern nur Verhalten. Wie ich mich Verhalte, so bin ich. Zugegeben: eine sehr extreme Ansicht, der jeder Psychologe widersprechen würde.

vor 12 Stunden, schrieb sign:

Selbstverständlich kann man dominantes Verhalten einstudieren und dann abrufen, allerdings wird es dann nie mehr als eine Rolle sein in die man schlüpft.

Du hast meiner Meinung nach insofern Recht, dass dies anfangs so ist. Es fühlt sich anfangs unnatürlich und gespielt an. Aber - und das ist für mich das entscheidende - das Verhalten geht irgendwann so in einen über, dass es anfängt seinen Charakter zu verändern, bis man eben nicht mehr spielt. Das dauert natürlich. Und was ich für sehr wichtig halte: Es benötig Reflexion. Dominantes Verhalten unreflektiert zu übernehmen führt zu dem was du angesprochen hast: Das es eine Rolle bleibt, weil es die innere Unsicherheit überdeckt. Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der wirklich dominant ist und jemandem, der sich profiliert. Letzterer hat Angst, dass die Maske fällt, ersterer braucht davor keine Angst zu haben, da er gar keine trägt. 

Ich muss dabei auch an gute Schauspieler denken, die Method Acting betreiben. Sie spielen nicht einfach jemanden, wenn es heißt "Action!" sondern lassen sich so in eine Rolle fallen, dass sie den ganzen Drehtag diese Person sind. Nichts anderes passiert, wenn ich meinen Charakter bilde: Ich kreiere eine Rolle, die ich sein will und versuche mich nach und nach in diese Rolle fallen zu lassen, bis es keine Rolle mehr ist. Sich dieses Prozesses bewusst zu sein ist aber entscheidend dafür auch tatsächlich zu lenken, wer man wird. 

Grüße
Der Käfer

sign
Geschrieben
vor 1 Stunde, schrieb GregorSamsa:

Du hast meiner Meinung nach insofern Recht, dass dies anfangs so ist. Es fühlt sich anfangs unnatürlich und gespielt an. Aber - und das ist für mich das entscheidende - das Verhalten geht irgendwann so in einen über, dass es anfängt seinen Charakter zu verändern, bis man eben nicht mehr spielt. Das dauert natürlich. Und was ich für sehr wichtig halte: Es benötig Reflexion. Dominantes Verhalten unreflektiert zu übernehmen führt zu dem was du angesprochen hast: Das es eine Rolle bleibt, weil es die innere Unsicherheit überdeckt. Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der wirklich dominant ist und jemandem, der sich profiliert. Letzterer hat Angst, dass die Maske fällt, ersterer braucht davor keine Angst zu haben, da er gar keine trägt. 

Hier gehen unsere Meinungen stark auseinander!

Anderes Beispiel -> der Workoholic

Es gibt zwei Arten von Workoholic, der der es sein muss weil es die Lage/Situation erfordert und der der einfach Lust/Spass an der/seiner Arbeit hat. Einer von Beiden leidet!

Weiteres Beispiel -> das Boxen:

Boxen kann jeder lernen (bis zu einem gewissen Grad), doch nicht jeder möchte sich im Ring messen. Zwingt man die Person (eigener Antrieb, um etwas zu beweisen oder von Aussen gesteuert) fühlen sie sich alles andere als wohl.

 

Natürlich kann dominantes/devotes Verhalten lernen, ich kann in diese Rolle schlüpfen, ob es mir auf dauer Freude bereitet bleibt fraglich. Am Grundsatz das man neues versuchen und offen sein soll ändert das nichts. Selbstverständlich sollen Paare miteinander spielen...

Jedoch kann ich niemals sein, was ich vom inneren her nicht bin ;)

Geschrieben
vor 6 Stunden, schrieb sign:

Jedoch kann ich niemals sein, was ich vom inneren her nicht bin ;)

Wenn ich mich aber bewusst und reflektiert ändere, dann bin ich nach außen nicht, was ich im Inneren sein möchte. Und dann ist die Änderung eben authentisch.

Deine Beispiele habe ich angesprochen. Unreflektiertes übernehmen von Dominanz ist eben nur eine Rolle und in letzter Instanz schädlich für denjenigen. Authentische Veränderung hingegen nicht.


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