Hallo, als Sub und Sklave durfte ich über die letzten Jahre bereits einige Erfahrung sammeln. Das bezieht sich sowohl auf den sexuellen Bereich, aber ging auch weit darüber hinaus (z.B. Haushaltsdienste). Dabei habe ich festgestellt, dass intensive Sessions toll sind, es oft aber diese beiläufige Dynamik im Alltag ist, die eine gute D/S-Beziehung für mich ausmachen: Man scherzt, man diskutiert, man unternimmt was zusammen und man flirtet...alles auf Augenhöhe...aber vielleicht trägt man auch in der Öffentlichkeit von allen anderen unbemerkt den Peniskäfig unter der Kleidung, der einen an die eigene Position erinnert, wenn die Flirt-Stimmung grade richtig gut ist.
Vor Allem aber gefällt es mir zu Hause: Auch da oft auf Augenhöhe, hat die Herrin das Recht, das Machtgefälle jederzeit herzustellen. Sichtbares Zeichen davon wäre dann z.B. dass sobald sie dies fordert, ich mich nackt ausziehe oder ein bestimmtes Outfit trage. Sie kann dann eine Session starten oder aber mir einfach nur die Anweisung geben, das Abendessen zu kochen, das Bad zu putzen (und natürlich kann das ganze auch so ablaufen, dass du nicht jedes Mal explizit die Anweisung geben musst, sondern dass es einfach gewisse "Standards" gibt, die ich zu Hause IMMER unaufgefordert zu erledigen habe) oder was auch immer, während sie sich vorm Fernseher entspannt. Was haben beide Seiten davon? Meine Herrin natürlich ein geputztes Bad oder ein (hoffentlich) leckeres Essen ohne einen Finger krumm zu machen. Und ich? Ich würde es mal als "innere Ruhe" bezeichnen. Ich bin jemand, der oft sehr verkopft ist, sich viele Gedanken darüber macht, was noch alles zu tun ist und was davon man zuerst tun könnte/müsste. Habe ich eine klare Anweisung, was zu tun ist, verschwindet das. Natürlich kann ich auch eine außerhalb des sexuellen "normale Beziehung" führen oder wie aktuell meinen Alltag alleine steuern ohne dass Chaos ausbricht.
Ich hoffe, dass ich dir damit einen ersten Einblick da rein gewähren konnte, wer ich bin und was ich suche. Alles weitere, auch was ich außerhalb von Haushalt und Sessions so tue, sehr gerne dann im privaten Chat ![]()
sehr wenige
Bleibendes, Illegales, KV
Um noch mal wirklich zu dem Ausgangsthema zu kommen:
Mich als Sub erregt es, keine Kontrolle über eine Situation zu haben (dazu gehört für mich auch das ganze Thema Subspace), aber nur dann, wenn ich weiß, dass jemand, der mir nicht nachhaltig schaden will, die Kontrolle für mich übernommen hat. Weiterlesen… Einer Herrin ausgeliefert und von dieser in gewisser Weise abhängig zu sein (z.B. auch in Form der von dir angesprochenen Keuschhaltung) begrüße ich also...immer in dem Wissen, dass die sich alle Mühe gibt (die hier ausführlich geführte Diskussion, ob das immer geht, würde ich in diesem Kommentar gerne mal außen vor lassen), auf mich zu achten und rechtzeitig abzubrechen/auf etwas anderes umzuschwenken. Dazu gehört dann eben auch, dass wenn ich als Sub darum "bettel", etwas bestimmtes zu tun oder auch nicht zu tun, dass sie einschätzt, wie sie damit umgehen kann und dann aus den vertretbaren Entscheidungen die wählt, die ihr am besten gefällt.
Für mich liegt der Reiz außerdem darin, Dinge tun/"erleiden" zu "müssen", die ich tatsächlich nur tue, um meiner Herrin zu gefallen, weil sie eben mir gefällt, die ich aber für niemanden sonst und erst recht nicht für mich selber tun würde (Ich denke, dieser Aspekt stellte auch für viele dominante einen entscheidenden Reiiz da). Ab wann schon dieses ich bin vielleicht in eine Frau verliebt (böswillig formuliert sicher eine Form des Mindfucks) und will unbedingt alles tun, ihr zu gefallen, einen Zustand darstellt, in dem man als Sub keine vernünftige Entscheidung mehr treffen oder auch nur artikulieren kann, ist glaube ich sehr schwierig festzustellen und auch für die dominante Partnerin schwierig einzuschätzen. Am Ende belügt der Sub sich selbst und versucht alle Unzufriedenheit/Angst/... auch vor sich selber zu verstecken, weil er selber nicht wahrhaben will, seiner "Angebeteten" nicht das geben zu können, was sie von ihm verlangt.
Wie schon oft hier angesprochen, hilft da gaube ich nur sehr viel reden, sich immer wieder selber hinterfragen und im Zweifel lieber mal das Gas ein bisschen raus zu nehmen.
Einen Kontrollverlust durch Alkohol, der von niemandem aufgefangen wird (da der ja auch für die dominnte Partnerin unberechenbar und daher unkontrollierbar ist) lehne ich für mich persönlich IMMER ab.
Vielleicht um es nochmal ein bisschen anders zu beschreiben. Und vorneweg: Das soll kein Vorwurf an irgendwen sein, sondern ist meine ganz persönliche Meinung als Sub, was mir extrem wichtig ist:
Etwas, was man als Dom hinnehmen kann mit einem "Mist, hätte nicht passieren dürfen und ich werde in Weiterlesen… Zukunft besser darauf achten", kann im schlimmsten Fall bei der devoten Person ein Trauma hinterlassen, dass den Rest des Lebens Auswirkungen hat (und in vielen Fällen wohl erst Jahre später richtig zum Vorschein kommt). Grade dir als Autist, sollte bewusst sein, wie einschneidend eine von der devoten Person empfundene Unzuverlässigkeit, ein empfundener Regelbruch sein kann. So erlebe ich zumindest die Autisten, die ich kennengelernt habe.
Deswegen gilt aus meiner Sicht immer: Lieber einmal zu viel fragen, als einmal zu wenig. Wenn man sich wie du dessen bewusst ist, dass man da selber nicht immer richtig liegt, ist das aus meiner Sicht schon die wichtigste Erkenntnis...weil wie auch schon gesagt worden ist: Ein Mensch, der Körpersprache in 100% der Fälle ofort richtig deutet, gibt es nicht. Gibt aber leider Leute (hoffentlich nicht hier im Portal), die noch nicht zu dieser Erkenntnis gekommen sind.
Und ja, ein solches aus der Dynamik fallen, vielleicht sogar einen Knebel ösen müssen usw. ist auch für mich als Sub ein enormer Abturner. Deswegen suche ich (und ich glaube, die allermeisten hier) keine einmaligen Treffen, sondern langfristige Sessionkontakte oder feste Beziehungen: In den ersten sagen wir mal 10 Sessions muss sich der dominante Part entweder extrem vorsichtig vortasten oder es gibt dann halt solche Unterbrechungen und deswegen sind die Sessions nicht das, was man sich erhofft hat...aber man macht diese ersten 10 Sessions nur guten, aber nicht überragenden Sessions ja auch, um danach 100 wirklich tolle zu haben.
Um damit auch mal zum eigentlichen Thema des Threads zurückzukommen: Grade für eine Anfangszeit (und damit meine ich nicht per Sé nur die ersten Sessions, sondern auch wenn man etwas grundlegend neues zum ersten Mal gemeinsam Macht) finde ich es absolut wichtig, dass beide Seiten absolut klar sind. Damit Sub erstens bewusst erlebt und für sich selber weiß "passt" oder "passt nicht"...und zweitens die der/dem Dom bekannten Körperreaktionen zeigt, die nicht durch Alkohol oder ähnliches verfälscht sind. Und damit Dom bestmöglich in der Lage ist dies wahrzunehmen und einzuordnen und damit die Momente der Unsicherheit, wo man aus der Dynamik raus muss um nachzufragen, nur Einzelfälle bleiben.
Rechte bringen immer auch Pflichten mit sich. Und um so mehr Rechte man hat, um so mehr Pflichten hat man auch.Also: Doch, wenn man sich darauf geeinigt hat, das Einverständnis der Sub/des Subs nicht jedes Mal explizit verbal einzuholen, hat man umso mehr die Pflicht auf Körpersprache zu achten Weiterlesen… (wie hier schon gesagt wurde im Zweifel dann später auch vor Gericht) und sofort abzubrechen, sobald nicht zu 100% sicher ist, dass das Einverständnis noch besteht. Und wer nicht in der Lage ist bei der jeweiligen devoten Person, die man vor sich hat, zu unterscheiden, ob es ein Zittern/Schwitzen/Keuchen/... vor Lust oder vor Angst ist, sollte bitte dringend davon absehen, diese Verantwortung anzunehmen und diese Rechte für sich in Anspruch nehmen zu wollen.
Eine Spielart, die ich schon kennenlernen durfte (und die sicher nicht in jeder Konstellation gewünscht ist, aber das ist doch das tolle am BDSM: Jede Dynamik ist anders): Herrin und ich sind zusammen im Bett...beide sind nackt, man redet auf Augenhöhe, man neckt sich, man teast sich, man küsst Weiterlesen… sich...einfach wie ein "ganz normales Paar". Nur durch den Peniskäfig ist mein Penis aus dem Spiel. Um meiner Herrin Befriedigung zu verschaffen, bleiben nur Hände und Zunge.
Meine Erfahrung ist: Es ist sehr lustvoll für beide, aber dadurch, dass der Orgasmus des Mannes kein Teil des ganzen ist, wird es in mancherlei Hinsicht sogar entspannter und auch wer den "höheren Rang" in der Beziehung hat, ist klar.
Bei Peniskäfigen mit Vorhängeschloss sind in der Regel Kunststoff-"Einwegschlösser" dabei, die man auch einzen nachkaufen kann und die eine individuelle Nummer haben. Einfach damit verschließen und Nummer aufschreiben: Besteht ein triftiger Grund, kann ich als Sub das Schloss jederzeit Weiterlesen… öffnen...aber nur in dem ich das einwegschloss zerstöre...selbst wenn ich mich vor dem Treffen mit meiner Herrin selber wieder verschließe, hätte das Schloss also eine andere Nummer und meine Herrin wüsste sofort bescheid.
Das hatte ich auch im Hinterkopf, dass der ein oder andere vielleicht direkt aus Hotel Mama in so eine Beziehung wechselt. Das finde ich dann wirklich fatal. Wie gesagt: Ich deine gerne in vielen Bereichen des Lebens, will aber tatsächlich real in der Lage sein, auch nach langjähriger Beziehung Weiterlesen… mein Leben selbstständig zu leben und nicht nur theoretisch gehen können, es aber praktisch nicht zu schaffen.
Ich glaube, dass ist der Teil den viele auf der dominanten Seite nicht wahrhaben wollen: Das Recht, alles zu bestimmen, bedeutet auch eine Pflicht und damit eine enorme Verantwortung. Und jemandem dabei ein Eigenleben weiterhin so zu ermöglichen, dass ein freiwiliges Gehen jederzeit möglich ist, Weiterlesen… ist glaube ich enorm schwierig: Jemand, der 10 Jahre nicht selbstbestimmt seine Finanzen verwalten musste, nicht selbst entschieden hat, mit was man zu welchem Arzt geht und wie man freie Zeit nutzt: Kann so jemand von einem auf den anderen Tag ohne Führung durchs Leben gehen und damit erfolgreich sein? Oder ist so jemand darauf angewiesen, mögichst schnelll wieder jemanden zu finden, der diese Funktion übernimmt?
Meine persönliche Einstellung ist daher: Ich suche durchaus nach einer Partnerin, die immer führt, die mir auch im Haushalt Anweisungen gibt und ja, die auch bestimmen kann, was zu Mittag gekocht wird. Auch größere Anschaffungen von meinem gehalt darf sie in einer entsprechend gefestigten Beziehung gerne bestimmen. Aber meinen Job möchte ich selber bestimmen und vielleicht bei den meisten Ausgaben wie Urlaube oder auch Kauf eines Autos nicht der Entscheider sein, aber zumindest "dabei" sein. Wie du sagst: Auch du weißt nicht, ob du immer alles richtig machst. Ich hatte daher schon mal (und hoffe es wieder zu finden) eine Dynamik, bei der man wichtige Entscheidungen gemeinsam bespricht, Argumente austauscht und nur, wenn man sich am Ende uneinig ist, die Stimme der Herrin natürlich die meine überstimmt. So hat die Herrin die Möglichkeit zu entscheiden, aber auch einen Diskussionspartner, der sie zum Nachdenken bringt, was die richtige Entscheidung ist und ich war zumindest immer dabei, habe mit überlegt und abgewogen und bin so auch nach dem Ende einer solchen Beziehung in der Lage, eine Entscheidung selber zu treffen. Etwas weniger einschneidend geht das natürlich auch beim Essen: Wenn die Anweisung nicht lautet "koch Thai Curry und kaufe dafür ein", sondern nur "geh einkaufen udn koch was leckeres".
Auch bei Gesundheitsthemen finde ich es wichtig, ein Mitbestimmungsrecht zu haben. Wenn ich also sage, ich brauche Sport als Ausgleich zum Bürojob und um meine Gesundheit zu erhalten, sollte das aus meiner Perspektive nicht von der Herrin verboten werden können. Was dann wieder bei der Herrin läge, wäre, wann ich diesen Sport mache und welchen...und wenn es z.B. um ein Fitnessstudio geht, entscheidet sie ganz sicher, zu welchem ich gehen darf.
Zusammengefasst: Ich sehe ein echtes TPE kritisch, finde ein grundsätzliches 24/7 anhaltendes Machtgefälle aber gut.
Ich persönlich definiere Devotheit für mich so: Einer Person das Vertrauen zu schenken, dass sie richtig für einen entscheidet. Das kann sich auf einzelne Situationen, z.B. während einer Session, oder im Extremfall auf (fast) das ganze Leben beziehen. Es bedeutet für mich auch, auch höfliche Bitten Weiterlesen… zu erfüllen...und zwar ohne Aussicht auf Belohnung oder Bestrafung bei Nichterfüllung, sondern einfach, weil man die Entscheidung der anderen Person, dass jetzt dieses oder jenes zu tun ist/passieren wird, akzeptiert und nicht in Frage stellt. Natürlich hat man auch als devote Person eine Meinung dazu, aber man betrachtet die andere Meinung als wichtiger (und im Idealfall stimmen beide oft überein).
Ich habe mal eine "never Inside"-Beziehung geführt. Wie viele Vorredner hier schon gesagt haben, ging es dabei nicht darum, auf sexuelles zu verzichten: Meine Herrin hat mich weiterhin befriedigt und ich sie natürlich auch (z.B. oral). Wir haben sogar innig gekuschelt, geknutscht usw.
Das ganze kam Weiterlesen… daher, dass ich echt kein eifersüchtiger Typ bin: wir hatten definiert, dass sie was mit anderen Männern haben darf, ich aber nicht mit anderen Frauen. Das war vollkommen in Ordnung für mich. Mit der Ausrichtung auf "Never Inside" hat meine Herrin es aber dann doch geschafft, meine Eifersucht zu wecken: War erst das Gefühl, dass meine Herrin ihre intimsten Dinge mit mir teilt, gab es pötzlich etwas, was sie nur anderen Männern gab, mir aber verweigerte. Und ja, es war grade deshalb reizvoll, weil ich wusste, dass sie mit anderen Männern Sex hat. Hätte sie Vaginalsex einfach generell abgelehnt, wäre das Gefühl wahrscheinlich auch nicht aufgekommen.
Bevor ich zum eigentlichen Thema dieses Threads komme, vielleicht noch als kurze Anmerkung zu deiner Aussage: Ich sehe es ähnlich. Als Sub und Sklave ziehe ich meine Lust daraus, nicht zu wissen, was als nächstes passiert und ja, auch daraus, Dinge zu tun, die ich freiwillig nicht tun würde, Weiterlesen… sondern nur "erdulde", um einer Herrin zu gefallen. Das muss sich aber die Waage halten: Das ganze funktioniert nur, so lange ich meine Herrin begehre und ihr gefallen will...dafür muss sie ein Mensch sein, den ich achte und wertschätze, gerne mit ihr Zeit verbringe. Passieren also ausschließlich Dinge, die mir nicht gefallen, funktioniert das nicht...es geht eher um etwas ab und an eingestreutes, um mich als Sub an meine Position zu erinnern und die anderen Aspekte noch mehr wertzuschätzen.
Nun aber wirklich zurück zur Ausgangsfrage des Threaderstellers und dafür möchte ich kurz zusammenfassen, wie es mir erging, als ich das erste Mal drei Wochen ununterbrochen einen Käfig trug: In dem Käfig konnte mein Schwanz leicht anschwellen, aber keine richtige Erektion bekommen und war natürlich nach unten gebogen. Jeder Versuch einer erektion war mit Schmerzen verbunden. Ob nachts bei den von @Vapesklaveangesprochenen "Übungserektionen" oder weil meine Herrin mich bewusst geteast hat...und ja, ich durfte im Käfig spritzen, durch prostatastimulation oder in dem sie einfach so lange den Vibrator an den Käfig hielt, bis es losging. Psychisch hat es mich (bis auf die Schlafstörungen durch die Schmerzen zu Beginn) eigentlich nicht beeinträchtigt. Ich war ja schon vorher Sub, der mit Sexentzug bei der Stange gehalten wurde. Ich habe es eher physisch gemerkt: Im Laufe der drei Wochen hat mein Körper die Schmerzen beim Versuch einer Erektion verinnerlicht und immer weiter eingestellt. Beim teasing habe ich immer noch eine starke Erregung gespürt, ich habe immer noch abgespritzt, aber der Schmerz kam nicht mehr, weil auch kein Blut mehr in meinen Schwanz gepumpt wurde. Als der Käfig dann aus war, habe ich ca. drei Tage gebraucht, bis mein Schwanz wieder voll einsatzfähig war...und da muss ich sagen, dass das psychisch dann echt anstrengend war Bei den Malen danach erging es mir ähnich, die "Funktion" kam aber deutlich schneler wieder zurück. Wahrscheinlich spielte beim ersten Mal die Angst, dass es nicht mehr funktioniert und der Druck, dass es doch gehen müsse, eine wichtige Rolle.