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Hochsensibel oder sensation seeking


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Geschrieben

@Teaspoon ich denke nicht, dass es eine genaue Abgrenzung gibt, wo das eine auf und das andere anfängt. Außerdem bietet die Welt des BDSM so außerordentlich viele Facetten das man meist sowieso nicht jeder zugetan sein kann. Wenn man z.B als devote Frau nicht masochistisch ist, bedeutet es nicht, dass man nicht hier her gehört. Jeder Mensch ist anders und hat sowohl seine eigene Fantasien und sein eigenes empfinden. Ich bin auch nicht ganz Mainstream, aber das stört mich nicht und das muss man für sich einfach akzeptieren. Es gestaltet die Suche nach der/dem richtigen zwar aufwendiger, aber hoffentlich nicht unmöglich.

Es gibt hier meiner Meinung nach weder richtig noch falsch. Außerdem wo wären wir, wenn jeder von uns gleich wäre?

Geschrieben

Ich hoffe ich wiederhole mich nicht bzw. sage dir nichts was du nicht eh schon weißt, Hier meine Gedanken und Erfahrungen dazu.

Es ist natürlich Schwer zu sagen wo Vanilla aufhört und Bdsm anfängt, ich ordne dass für mich etwa so ein. Vanilla hört da auf wo die Komfortzone des bekannten Standard's  verlassen wird und neues entdeckt wird. Das kann schon Sex draußen oder auch einfach nur ein rollenwechsel sein, um mal nicht extreme Sachen zu nennen.

Meine Erfahrungen haben mir bisher gezeigt, dass die meisten Menschen sich ihrer Sexualität und Neigungen eher weniger bewusst waren/sind und sich in der Regel auch noch nicht damit beschäftigt hatten,- außerhalb dieses Raumes versteht sich- dennoch aber gewisse Neigungen und Präferenzen haben. Sie haben vielleicht nur so viel mit anderem Beschäftigt, dass sich sich selbst dahingehend nie wirklich hinterfragt haben, sondern immer nur nebulösen Sehnsüchten gefolgt sind. Ohne klar sagen zu können/wollen: "das find ich gut, jenes nich so."

Dahingehend ist die Frage nach den Vorlieben auch schon mal nach hinten losgegangen und mein gegenüber war eher überfordert/verunsichert als angeturnt oder erfreut.. vielleicht das Alter/Erfahrung? oder vielleicht auch Taktlos von mir... Vielleicht aber auch weil subs es gewöhnt sind, dass sie geführt werden und grenzen übers Spiel herausgefunden werden sollen und nicht über Kommunikation? ( Hier bräuchte ich mal Feedback..)

 

"Sind die seeker die, die zuerst nach Tabus fragen, während die Sensiblen eher die Vorlieben wissen wollen?"

Schöne Fragestellung, Sie zeigt so schön die unterschiedlichen Annäherungsweisen der beiden Spektren. Außerdem das Seeker nach der Grenze suchen um diese zu verschieben und Hochsensible nach einem abgesteckten Bewegungs- Spielraum/- rahmen agieren.
In meiner Beziehung zur Seekerin erging es mir so, dass Sie durchaus Affin für schmutzig schöne Momente außerhalb des Schlafzimmers war, allerdings konnte Sie diese nur gehemmt kommuninizieren. Ich bin da entspannter und hab meine Vorlieben kommuniziert, was allerdings zu Überforderung geführt hat.. Im Prinzip hätten wir Bdsm leben können. Die Neigungen dafür waren da, doch sie wollte es erleben und ich eben erstmal kurz drüber sprechen, bevor ich ne grenze überschreite. Die Grenze muss in ihrer Wahrnehmung allerdings auch erstmal erreicht werden, bevor diese kommuniziert werden kann.

Sie, Seekerin - Devot/Brat und ich, Hochsensibel - switch, sie hatte vorher schon Unbewusst mit ihren Expartnern machtspiele gespielt und es auch genossen, aber eben Unbewusst. Darüber reden konnte/wollte sie leider nicht so richtig und es wurde leider eher angespannter als entspannter.
Ich glaube auch hier unterscheiden sich Seeker und Hochsensible. Seeker können und wollen die Erfahrung einfach machen, Hochsensible überlegen sich welche Erfahrung sie machen wollen und welches Setting, als auch Mindset nötig ist, um diese Erfahrung umzusetzten. Bevor wir in eine Fantasie eintauchen überlegen wir jeden möglichen Schritt vorher und nehmen sich im anschluss Zeit die Erfahrung zu verarbeiten, evtl. auch zu besprechen.

Seeker gehen den Schritt einfach, und finden im Zweifel im nachhinein raus ob es der Richtige war. Es wird kurz drüber geredet und ab ins nächste Abenteuer! Ich finds total sympatisch, da es auch den Abenteuerer in mir anspricht. Gleichzeitig ist schritthalten eine echte Herausforderung.
Hochsensible bewegen sich gerne in Grenzen und können diese ohne probleme Achten. Seeker suchen gerne auch mal die Grenzerfahrung um Grenzen zu verschieben. Konflikte sind da vorprogrammiert, aber nicht unüberwindbar. Kann ja auch erweiternd sein, ich glaube nicht wenige hochsensible treiben Ängste um die Seeker einfach schlucken können. Das kann auch enorm bereichernd sein.

Das mit den Extremen.. oh ha... für mich eine sehr individuelle Sache in der das Extrem, abgeschafft wurde. Es gibt immer jemanden der in etwas krasser, härter, extremer ist oder sein will. Für mich ist es am Ende ein stetiger Fortschritt im Erfahrungsspektrum.

Für die einen ist die Erfahrung extrem Sex ausserhalb vom Schlafzimmer zu haben, andere lassen sich gerne an Fleischerhaken aufhängen und wieder andere lassen sich erniedrigen um danach in unbekannte Höhen zu steigen oder mögen es anderen Schmerzen oder Lust zuzufügen, um das gesamte Spektrum der menschlichen Gefühle zu erfassen. Jeder wie er/sie/es mag. Wer sagt was wer mag und danach fragt, der bekommt häufig auch. Solange es im Konsens ist.

Für was ich wann bereit bin, entscheide ich. Sich drängen oder überzeugen zu lassen, kann richtig schädigend sein. Traurig dass ich das erwähne, und ich bin mir sicher im Forum wird es oft erwähnt, dennoch; Bitte lasst euch zu nichts drängen, egal in welchem Kontext, sobald der Konsens weg ist, wirds toxisch.

Ich denke Seeker und Hochsensible unterscheiden sich nicht unbedingt in den Erfahrungen/Fantasien die sie machen wollen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Seeker die Erfahrungen schneller verarbeiten und nach neuem Suchen, um das Herz höher schlagen zu lassen. - Bitte auch unabhängig vom Bdsm Kontext verstehen, wir sind ja nicht ausschliesslich sexuelle Wesen..-  Was aber nicht bedeutet dass die Hochsensible Person deshalb eine kleinere Grenze bzw. schneller an ihre Grenzen getrieben wird. Einfach weil wir allle unterschiedlich sind.

 

Auch wenn ich es schwierig finde dir zu sagen ob du hier richtig bist oder nicht. Vorallem weil ich deine Erfahrungen nicht kenne, Du hast die Frage gestellt, also möchte ich versuchen eine antwort zu geben.

Dich hat wahrscheinlich eine Neugier hierher getrieben. Jeder lebt Bdsm anders, dank dem Forum, können wir das mit Sicherheit sagen. Deshalb glaube ich nicht das du hier falsch bist. Vielleicht hilft dir die Seite, so ergeht es mir zumindest, dich ein bisschen besser einzuordnen und zu verstehen was dich heiß macht oder eben um "extreme" zu erkunden. Aber vielleicht auch, dass es anderes gibt als jenes, welches in deinem Mikrokosmos existiert.

Ich kenne das Problem der Mitidentifizierung bei Hochsensiblen aufgrund des überschusses an Empathie, falls es dir so ergeht, wenn du dich hier durchs Forum treibst. Grenz dich davon ab, du bist es zu großen teilen die bestimmt wo es lang geht. Fahr dein Tempo und wenn dich jemand bedrängt, Pech gehabt. Schütz dich und deine Energien. Vorallem vor Invasiven Menschen. Das hier ist auch ein Schutzraum, denn sollten wir uns nicht nehmen lassen.

Ich kenne dich und deine Erfahrungen hier nicht, ich hoffe dennoch ein oder zwei gute Denkanstöße geben zu können, vielleicht auch neue Erkenntnisse. Hoffentlich bin ich  nicht zu sehr ins schwafeln gekommen und du/ ihr leser, könnt einen Mehrwert für euch raus ziehen.

  • 5 Monate später...
Geschrieben

@AndersimNorden Warum empfindest du die Bezeichnung "Sensation seeker" als abwertend? 

Ich würde mich z. B. als hochsensibel bezeichnen, was in der Übersetzung auch überempfindlich heißen kann, aber abgewertet fühle ich mich dadurch nicht. 

Geschrieben

Schöner Thread und schön das du ihn noch mal hoch geholt hast @Teaspoon.

Sensible bis Hochsensible Menschen sind im Bdsm ja nun nicht selten anzutreffen, genauso wie eine mehr oder weniger große Anzahl von Traumatisierten Personen. Ob ich mich dazu zählen würde kann ich nicht so wirklich sagen, ich weiß nur das mein Körper Hochsensibel reagiert, denke aber das ist noch einmal was anderes.

Ich würde für mich da keine Selbstdiagnose anstellen wollen.

*Sensation seeker* ? Nun man lernt ja nicht aus was Begriffe angeht, klingt irgendwie nach *Hochleistungssportlern* oder Leute die Spaß dran haben Rennen mit getunten Karren zu veranstalten. Weil sie den ständigen Kick brauchen- Schätze mal das es nach hinten los gehen könnte wenn zwei solch unterschiedlich gepolte Menschen aufeinander treffen.

Geschrieben

@Teaspoon Ist schon wieder so eine Katalogisierung bzw Schubladendenken wo ich mich sowohl in den Unterkategorien wiederfinden kann wie auch gar nicht.

Gut, keiner sich freisprechen davon, das man ein gewisses Schubladendenken benutzt, aber gerade die Einstufung wie sie in Verhaltens und Psychologie Forschung angewendet wird hinterfrage ich doch immer wieder. Die gesellschaftlichen Einstufungen sind dann sogar noch grauenvoller, weil Definitionen dann oftmals auch noch "falsch" verwendet werden.

Ich überziehe das mal, aber bin sowohl selbstmöderischer Adrenalinjunkie wie auch eine (arbeits)faulste Coach Potato die den ganzen Tag Löcher in den Himmel oder die Decke start, manchmal dabei gedankenverloren Philosophiert im Kopf, manchmal im Hirn aus Modus. Bin sowohl mit beiden "extremen" glücklich und zufrieden und kann dem was abgewinnen.

Viel Spaß beim Katalogisieren.

Ansonsten kann ich @Tannhäuser zustimmen, das man mehr Menschen antrifft im BDSM Bereich, die nicht "normal" und eben "anders" ticken als der Rest der Massen. Ob Hochsensibe, Traumatisiert, psychopathische Züge, verschiedenste Komplexe usw.

Also eine ganze Bandbreite an angeblichen "Verhaltensstörungen", wie ein bunter gemischter Salat. Trotzdem ist jeder für mich "Einzelfall" und entsprechend beurteile ich die Menschen. Na ja gut, eine große Schublade hab ich, die für Arschlöcher, da landet man auch ganz schnell drin. Und selbst die versuch ich noch normal zu behandeln und nur in den seltensten Fällen mach ich mit die Mühe mich damit ernsthaft auseinander zu setzen. Obwohl ich verbale wie körperliche Konflikte mag, ist aber mehr Hobby und gerade Diskussionen mit verhärteten Fronten sind unheimlich amüsant.

Trotz allem sind Schubladen weniger für mich, und so stell ich auch die Einstufung "hochsensibel" mal in Frage. Ja es gibt Unterschiede wie sensibel ein Mensch ist, ob körperlich oder auch "seelisch" (oder wie immer man das nennen will). Emotionen und Gefühle haben wir trotzdem alle, egal ob die bei einem raussprudeln oder hinter dicken Wänden versteckt sind.

Sensible Menschen (egal ob körperlich oder geistig) haben dabei ihren besonderen Reiz beim "spielen", gewisse meistens leichtere masochistische Züge vorrausgetzt. Man muss zwar wesentlich mehr Vorsicht walten lassen und da man doch ganz schnell an den Grenzbereich kommen kann wenn man da nicht aufpast, aber genauso ist es wesentlich leichter den entsprechenden Part in den Rausch zu versetzen (oder Fliegen, Subspace, kann man bezeichnen wie man will). Natürlich gibt es auch einen gewissen Nachteil, oftmals ist man als aktiver etwas unbefreidigter als wenn man sich bei der "Hardcore" Fraktion austoben kann, was nicht heissen soll das man es nicht geniessen kann. Auch ist das "Aftercare" mit sensibleren Menschen meistens intensiver, aber auch nicht immer wie ich überraschend mit jemand sensiblem festgestellt habe. Aber jeder ist da einzigartig wie ich erwähnte und entsprechend handelt man.

Sowohl Hardcore auch als sensible sind eine gewisse Extreme, auch im BDSM Bereich. Hat also für mich persönlich seinen Reiz.

Das ihr ja alle bildliche Vergleiche liebt und ich gespannt bin ob der @Tannhäuser sich damit auch kleine Nadeln stricken kann um sie als Lanze gegen die bösen Windräder zu nutzen, das eine ist ein "All you can Eat" Buffet, das andere die kleine feine handgearbeite zerbrechliche Praline. Beides ziehe ich der normalen Mahlzeit vor.

Geschrieben

Och ich brauch eigentlich gar nichts stricken, das schaffste schon ganz gut selber ^^

Ich meine war nicht auf diesen Thread aber wer meint man könne mit Traumatisierungen *arbeiten* im Bdsm sie also *verwenden*, ich weiß nicht ob du sie teragwe3ite dessen begreifst was du da von dir gegeben hast ?

Geschrieben

@AndersimNorden ich stimme dir zu, dass Schubladen etwas für Kleingeister sind. Besonders, wenn sie nicht offen stehen. Ich sehe solche Begriffe eher als eine "Aufenthaltswahrscheinlichkeit". Wenn ich dir sage, wo ich wohne, wirst du mich dort wahrscheinlich antreffen, aber wahrscheinlich auch nicht. Bei den einem ist die Wahrscheinlichkeit zudem höher, als bei anderen. 

 

Dennoch ergibt sich eine Art Klangfarbe und dies zu ignorieren, weil man Schubladen nicht mag, ist auch nicht sinnvoll. Zumindest wenn man sich selbst oder andere verstehen will. 

 

Magst du eher die Tiefe oder die Breite bei Dingen? Muss es immer etwas Neues sein oder willst du erst einmal etwas intensiv erkunden? Magst du Gleichklang oder Konfrontation? Sind dir zwei oder vier Räder lieber? 

Das macht dich doch alles irgendwie aus und wenn du dich selbst beschreiben willst, um dich zu verstehen, dann braucht es doch Begriffe, dich zu beschreiben. Natürlich sollten wir mehr als zwei Begriffe kennen und verwenden. Und es gibt mehr Spannungsfelder als nur diese zwei Begriffe in diesem Threat. 

 

Du schriebst in dem anderen Threat, dass Du auf dem Totenbett nicht bedauern willst, etwas verpasst zu haben. Ich hab heute darüber nachgedacht (danke dafür) und kann für mich ehrlich sagen, dass ich meine Lebenspflichten als erfüllt ansehe und ab nun fast nur noch die Kür leben kann. Ich bin an einem Punkt angekommen wo ich im Großen und Ganzen fast nichts mehr muss. Ich habe keine todo-Liste nur eine Nice-to-try-liste. Mich treibt nichts, ich lasse mich treiben. Klingt das für dich langweilig? Ich nenne es entspannt. 

 

Was nun mein bdsm angeht. Es gibt eine Menge, das ich gern probieren werde, wenn die Situation und der Partner dafür passt. Wie gesagt, ich muss nichts und ich muss vor allem keine Fantasie der Fantasie wegen Leben. Für mich steht der Genuss dabei im Vordergrund und nicht, dass ich Erwartungen erfülle oder hinterher erzählen kann, was ich nicht alles gemacht habe. Ja, manchmal muss ich mich mehr trauen. Aber selten bedaure ich, nein gesagt zu haben. 

 

Tatsächlich suche ich derzeit erstmal jemanden, dessen Berührungen so zart sind, dass ich sie spüren kann ohne dass meine "Sensoren durchbrennen". Normale Berührungen spüre ich nämlich oft nicht. Und da hat mir geholfen, dass ich über den Begriff hochsensibel gestolpert bin. Denn ich dachte immer, ich sei das Gegenteil, aber das hat nicht dazu geführt, dass es mir gut geht. Erst jetzt, wo ich einen Begriff habe, weiß ich, wonach ich an dieser Stelle suchen muss. Deshalb benutze ich Begriffe. 

Geschrieben

All you can eat ist nett, aber ich bevorzuge die Mahlzeit oder Praline, Qualität statt Quantität, individuell statt friss oder stirb, sich auf etwas konzentrieren und es zelebrieren, statt reinschaufeln. 

Geschrieben

@Teaspoon na ja, meine selbstgesetzte todo Liste ist abgearbeitet in der Hinsicht, das ist schon entspannend. Alles andere ist nur Bonus. Trotzdem muss ich mich darauf nicht ausruhen, auch wenn ich in manchen Bereichen mein persönliches Limit erreicht habe, so gibt es auch Bereiche wo ich immer noch nach mehr verlange. Es ist nicht tragisch wenn es unerfüllt auf der Nice-to-try Liste stehen bleibt. Das gilt fürs Leben wie BDSM.

 

@TannhäuserIch weiss sehr wohl was ich da von mir gebe. Geht dich eigentlich überhaupt nichts an, aber damit du vielleicht eine Vorstellung davon kriegst.

Manchen Menschen sind vom Schicksal bestraft worden bzw hatten keinen tollen Start ins Leben. Das geht vom Verlust eines Elternteiles in viel zu jungen Jahren bis, über Minderwertigkeitskomplexe, Aussenseiterdasein, Mobbing bis hin zu Missbrauch. Das endet öfter als man denkt, neben einem gestörten Selbstbild, auch in gestörtem Sexualverhalten bis hin zur "Angst" bei einfachem Körperkontakt. Selbst einfache Dinge wie "rausgehen" können dann schon Panikattacken auslösen.

"Dann brauchen die professionelle Hilfe"

Ja Witzig, ich hab mir die Stories angehört. Jahrelanges Martyrium ohne Fortschritte oder Erfolge, das The***uten und Psychologen aufgeben und lieber nur noch Antidepressiva verschreiben.

Vaterkomplexe, Borderline, SVV, diverse Abhängigkeiten, was lernt man nicht alles kennen.

Das diese Menschen oftmals schwer eine Bindung zu einem anderen Menschen eingehen können, geschweige den körperlichen Kontakt ausüben obwohl sie sich danach sehnen und dieser eher "abnormal" ist, so das 08/15 Standard Vanilla total überfordert, wenn nicht sogar angewiedert ist oder/und die richtig Rücksichtslosen ohne entsprechendes Feingefühl sich "bedienen" und dabei alles noch verschlimmern.

Und jetzt kommt für mich eines der schönsten DInge in meinen widersprüchigem gestörten ich zum Vorschein, das neben der abnormalen sadistischen perversen Seite, ein genauso großer "Caregiver" & Kuschel und Schmusejunkie in mir steckt. Und so entstand oftmals mit solchen Menschen ein beidseitiges "geben & nehmen", fungierte als Ventil, fungierte das beide stärker & stabiler wurden. Weiteres geht gerade dich jetzt wirklich nen *cheiss an, denn dafür biste mir schon zu unsympatisch geworden. Aber unabhängig der Gründe und auch wenn es nicht den anschein hat und das viele von mir denken, kann ich nachvollziehen warum manche so ticken wie sie sind.

Aber zum Abschluss, ich bin nicht in den BDSM Bereich gerutscht, weil ich mein Sexualleben aufpeppen wollte, ich bin zum Glück schon in der Pupertät in den BDSM Bereich gerutscht und fing an mich und meine Veranlagungen endlich zu verstehen, zu kontrollieren und auch gezielt auszuleben. Für mich ist die Szene eine Anlaufstelle gewesen, mit Menschen die ähnlich tickten oder eben der Gegenpart zu einem selbst waren. Leider hat sich das schleichend in den letzten Jahrzehnten drastisch geändert. Aber das ist der Lauf der Dinge, wenn etwas in den Mainstream rutscht.

Sadismus, Masochismus, einen Fetisch oder eine andere sexuelle "Störung". Da sucht man sich nicht aus weil es geil ist, das kriegst du in die Wiege gelegt oder es entwickelt sich durch ein Ereignis oder Erlebnise, gute wie schlechte. Und so sind auch "Traumatisierte" gar nicht so ungewöhnlich. Das man in der Birne aber nicht richtig tickt, sollte man schon erkennen und sich eingestehen. Wie man damit umgeht, ist eine andere Sache.

Aber darum teile ich offen meine Ansichten und Erfahrungen, so wie man mir entgegen gekommen ist als ich noch nach mir selber suchte. Vielleicht hilft es jemandem der stillschweigend mitliest. So wie @Teaspoon der Begriff "hochsensibel" hilft, sich zu verstehen und zu orientieren und dann freut es mich auch für diesen Menschen, das es ihm vielleicht helfen mag auf seiner "Reise". Meine Meinung muss nicht konform sein mit der anderer Meinungen. Ich hatte oft andere Ansichten auch als die Menschen, die mir halfen. Und ich bin bestimmt nicht allwissend. Was ich allerdings damals nicht erfahren hatte, war Respektlosigkeit, trotz gewisser differenzierter Ansichten. Aber ich bin auch in einem Teil der Szene "aufgewachsen", wo die Schriften des Marquis de Sade sowas wie die Heiligen Schriften waren wovon die meisten wahrscheinlich das Kotzen und Würgen kriegen würden. Und ich würde mich auch nie als "Dom" bezeichnen, das heisst gefälligst Dominus. Aber den Stand habe ich noch nicht erreicht und um ehrlich zu sein, geht mir der auch ziemlich am Arsch vorbei.

  • 4 Monate später...
Geschrieben

Ich würde den Threat gerne wieder etwas hochholen. 

Ich komme immer wieder auf das Thema "Hochsensibel" und die Frage, wie besonders intensive Sinneswahrnehmung und daraus resultierende Überforderung einerseits und BDSM mit zum Teil noch einmal intensiveren Sinneseindrücken andererseits zusammen gehen. 

Oder ist es ein Widerspruch? 

Geschrieben
vor 2 Stunden, schrieb Teaspoon:

Ich würde den Threat gerne wieder etwas hochholen. 

Ich komme immer wieder auf das Thema "Hochsensibel" und die Frage, wie besonders intensive Sinneswahrnehmung und daraus resultierende Überforderung einerseits und BDSM mit zum Teil noch einmal intensiveren Sinneseindrücken andererseits zusammen gehen. 

Oder ist es ein Widerspruch? 

Lustig. Ich hab dich gestern bei dem Vortrag gesehen und dachte ebenfalls direkt an den Thread hier. Nun bist du mir zuvor gekommen. 

 

Bevor ich nun aber erneut meine Sicht dazu gebe, würde ich gern abwarten und hoffe, dass vielleicht andere sich einmal ein bisschen dazu äußern. 

Geschrieben

Ja cool! :wave:

Dann warten wir mal. Der Vortrag hatte ja nicht viel dazu hergegeben. 

Geschrieben

Danke @satisfy_me.

 

Das mit dem mündlichen Feedback geht mir auch so. Und das wird dann zum sensiblen Punkt, wenn es um das Thema Safeword geht. Wie du sagst, bin ich nicht immer in der Lage etwas zu sagen. Ist für mich ein Grund ohne zu spielen. 

 

Ich bin manchmal auch so mit Reiz überflutet, dass ich Dom schlicht nicht mehr verstehe... Ich sehe ihn reden, erkenne es war ein Befehl, aber ich verstehe ihn nicht. Mir hilft dann eine Ohrfeige - einfacher klarer Schmerz - Fokus! 

 

Musik würde mich vielleicht raus bringen, andererseits lief auch schon der Fernseher nebenbei und das hat auch nicht gestört. Ich bin auch erst am Wochenende ziemlich schnell in den space gekommen, obwohl ein paar Leute drum rum waren und sich unterhalten haben. Dachte erst, so kommt ja keine Stimmung auf und dann zack, war ich weg. 

 

Beim Aftercare hatte ich schon die Situation, dass er mich gehalten hat und ich war total entnervt, weil er so "gezappelt" hat. Er hat mich gehalten und immer mal zwischen durch etwas fester gedrückt oder gestreichelt und das war mir einfach zu viel in dem Moment. 

Ich hab deshalb drüber nachgedacht und fand rückblickend immer schöner, wenn er einfach nur still auf mir liegen geblieben ist (ohne zappeln) oder wenn es keinen Sex gab, dann lag ich gerne einfach nur mit der Stirn am Boden und habe seine Füße festgehalten. Also dass er da war, ich ihn spürte, noch bisschen im subspace bleiben konnte ohne viel neuen Input. 

 

Noch etwas ging mir letztens durch den Kopf. "Üblich" ist ja, dass Sub mehr oder weniger nackt ist, im Gegensatz zu Dom. Ich war es aber gewohnt immer bekleidet zu sein. Und denke nun viel darüber nach, was das mit den Sinnesempfindungen über die Haut macht. Berührung an bestrumpften Beinen ist anders als an nackten, durch Stoff fühlt es sich anders an, als ohne und ein Korsett setzt zusätzlich Reize. 

Aber da wickel ich gerade mein Hirn erst noch drum. 

 

Bin weiter gespannt. 

Geschrieben
Hallo @Teaspoon,
Danke für deine Antwort.
Ich musste gerade ein bisschen schmunzeln über dein genervt sein vom zappeln. Genau das meinte ich eigentlich. Bitte da sein, aber in Ruhe, gern auch nah, aber nicht noch mehr Reize setzen mittels Streicheln oder Ähnlichem.
Beim Thema Kommunikation tasten wir uns gerade noch ein bisschen ran. Ohne Safeword mag so richtig noch keiner von uns, obwohl es bisher nie gebraucht wurde. Ich habe aber auch das große Glück einen sehr aufmerksamen Partner zu haben, der gut mitbekommt wie weit er gehen kann. Selbst HS, was ihm aber erst durch den Vortrag klar geworden ist.

Was mich neugierig macht ist die Reizüberflutung von der du erzählst, und während der du dann nicht mehr verstehst was er sagt/erwartet und du diesen Fokus brauchst um zurück zu kommen. Magst du diese Überflutung, kannst du dabei noch genießen oder ist es einfach 'zuviel zuviel' (wie soll man es anders beschreiben?) und du brauchst dann diesen starken Reiz um überhaupt noch weiter machen zu können?
Zum Thema Kleidung. Finde ich, es kommt ganz darauf an, wie sich die Kleidung selbst anfühlt. Dünne, glatte Nylons zum Beispiel mag ich durchaus gern, zum einen weil sich der Stoff auf der Haut gut anfühlt, zum anderen wie du beschreibst weil sich Berührungen anders- ich finde gut anders- anfühlen. Ganz grobmaschige oder Fishnet- Strümpfe treiben mich eher in den Wahnsinn und bringen mich raus, weil da piekt vielleicht ein Zeh durch die Masche, dort drückt eine andere Masche unangenehm überm Knie usw... Korsett mag ich gern, dieses Gefühl von umschlungen sein, aber wehe es kratzt irgendwo am Rand ne Naht....
Bin gespannt zu welchem Ergebnis du da kommst
Geschrieben

Das zu beschreiben, in Worte zu fassen ist nicht einfach. 

Als passiver Part in dem Moment ist es ein Gefühl von getrieben sein, vorwärts, weiter, keine Zeit zu denken, keine Zeit Luft zu holen, aber auf eine gute Art, wenn ich Dom vertraue und ihn wirklich führen lasse. 

Wenn man so will, bis zum Abheben... Ich glaube, dass Schmerz als Reiz dann andere Reize überlagert und damit dann alleine steht und damit dann Ruhe im Kopf einkehrt. 

Und dann fühlt es sich an, wie überlaufen... Wände plötzlich weg und breit laufen... 

Das beste Gefühl der Welt. 

 

 

Bei Klamotten fasse ich ja eh alles an, ob ich den Stoff auf der Haut mag. Netzstümpfe mag ich ja sehr, aber solche wo kein Zeh durch rutscht. 

 

Um da genauere Erfahrungen zu sammeln, müsste ich mal wieder nackt beim bdsm/ Sex sein. Ergibt sich leider nicht. Also der Sex. Und bitte keine Zuschriften deswegen!

Geschrieben

Was macht ihr alle eigentlich alle wenn ihr auf einen hochsensiblen Dom treffen würdet ?

Geschrieben

Danke @Domedan für den reizvollen Gedankenimpuls. 

 

Ich glaube, dass ich mit einem sensorische sensiblen Menschen gut auskommen würde. 

Ähnliche Bedürfnisse an Lautstärke und Helligkeit der Umgebung ist doch nicht schlecht. Empathie sollte ein Dom eh mitbringen. Der Wunsch nach Tiefe statt einem höher, schneller, weiter ist ja auch wünschenswert. Allgemein gesellt sich gleich und gleich gern. 

 

Verwechsle sensorisch sensibel dabei nicht mit seelisch sensibel im Sinne von mimosenhafter Empfindlichkeit. Wobei das eine das andere nicht ausschließt. Kommunikation ist der Schlüssel, wie bei allem auch. 

 

Und ich behaupte, dass eine gewisse sensorische Sensibilität alle meine Männer, ob Dom oder nicht, bisher mitgebracht haben. Einer auf alle Fälle, denn der brachte mich darauf. Aber ich glaube auch die anderen. Spannend darüber nachzudenken. 

 

Und wirft die Frage auf, ob es Doms gibt, die sich dessen bewusst sind und wie sie das erleben. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 16 Minuten, schrieb Teaspoon:

Verwechsle sensorisch sensibel dabei nicht mit seelisch sensibel im Sinne von mimosenhafter Empfindlichkeit.

Oki Tea ich Verwechsel da schon nichts, ich meine tatsächlich sensorisch sensibel. Das kommt auch schon mal bei Kerlen vor, Dom ist dabei nur ne Prägung und ja ich war mir mir immer dessen bewusst, wenn auch als Pubertärer erstmal irritiert und verunsichert ^^

;) Heute möchte ich es nicht mehr missen, denn ich empfinde es als Bereicherung

bearbeitet von Domedan
Geschrieben
Am 5.5.2022 at 17:30, schrieb Domedan:

Was macht ihr alle eigentlich alle wenn ihr auf einen hochsensiblen Dom treffen würdet ?

Ich denke, dies wäre etwas sehr Gutes sogar. Die Empathie des Doms kann helfen, zu leiten. Ein Dom soll sich ja auch einfühlen können, um nicht einfach ein komischer dumm-Dom zu sein (meine Meinung).

Geschrieben

Etwas, mit dem ich mich im Moment auch intensiv auseinander setzen muss: sind wahrgenommene Gefühle gerade meine eigenen oder die von anderen. Mir fällt es schwer mich da immer adäquat abzugrenzen. 

Geschrieben
Das ist wirklich schön geschrieben Tigerin und versteh auch langsam immer mehr warum du manchmal tage lang über deine Fantasien und Vorlieben zum Latex schreibst und dann auf einmal nicht mehr...trotzdem finde ich dich immer mehr interessant und vor allem auch schön wie offen du mit allem umgehst
Geschrieben
vor 1 Minute, schrieb Teaspoon:

Etwas, mit dem ich mich im Moment auch intensiv auseinander setzen muss: sind wahrgenommene Gefühle gerade meine eigenen oder die von anderen. Mir fällt es schwer mich da immer adäquat abzugrenzen. 

Oh ja, das ist etwas, was ich vergessen habe... Sobald man auch merkt, dass jemand schlechte Laune hat (und dies erkennt man dann ja hervorragend, auch wenn sie dies nicht offen zugeben), fühlt man sich selber schlecht und dann möchte man helfen und ist auch eher harmoniebedürftig. Hast du es auch so, @Teaspoon?

Geschrieben (bearbeitet)

@TigerinLTX alle Emotionen. 

Und dann fühle ich die Diskrepanz zwischen ausgestrahlter und kommunizierter Emotion. 

 

Sätze wie : "Du störst nicht!", "Alles Gut!", "Mir geht es gut!" Ich könnte manchmal heulen, weil ich merke, dass das gelogen ist. Ich meine das merken ja alle Menschen mehr oder weniger, dass das Phrasen sind. Aber ich fühle mich dann direkt auch richtig schlecht. 

Deshalb bemühe ich mich, den Menschen um mich herum, positive Gefühle zu geben, allein weil es sich für mich besser anfühlt. 

 

Positive Stimmung macht mich manchmal direkt trunken incl. Kater am Tag danach. 

 

Und manchmal gibt es Menschen, deren Gefühle so filterlos abgestrahlt werden, dass es sich anfühlt, als würden sie sie mir um die Ohren hauen. 

 

Ich habe mir halt angewöhnt Menschen deshalb möglichst nicht so nah an mich ran zu lassen. 

bearbeitet von Teaspoon
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